H Man sah nur zu deutlich, er wollte Strqlsund behaupten, undauf den Ausgang eines an Kräften höchst ungleichen KampfesH Alles ankommen lassen. Diese Kühnheit mochte der Glaube cr-1 zeugen, daß die Nachricht von des Feindes Stärke übertriebenl sey, daß die Holländer, zum Theil ehemalige preuß. Soldaten,nicht mit gutem Willen gegen ihre ehemaligen Waffenbrüderfechten, ja vielleicht gar übergehen würden.
Schilt bot Astes auf, um die Befestigung Stralsund's zuerzwecken. Einwohner, Bauern, Soldaten, alles arbeitete mitdem größten Eifer; bald waren mehr als 100 Stücke Geschützaufgepflanzt, die Insel Rügen ward besetzt gehalten, und ge-währte Unterstützung mannigfaltiger Art. Schill wußte LebenS-mittel aufzutreibcn, und seine Requisitionen erstreckten sich bisAuklam und Wolgast; in der Nähe dieser Stadt nahm er 700Faß Pulver weg, welche Napoleon dem Könige von Dänemarkvon der in Stralsund vorgefundenen zahlreichen Munition ge-schenkt hatte, und die eben nach Dänemark abgehen sollten.Eine andere Husareupatrouille griff bei Wolgast acht Schiffe,mit Armatux-Montiruugsstückcn und Bagage beladen, die nachStettin flüchten wollten, auf, und brachte Liese Beute am 29.Mai nach Stralsund. Zudem erhielt Schill noch beständig Zu-lauf aus verschiedenen Ländern durch ehemqftge Soldaten, De-serteurs aus Oesterreich, die über Polen kamen, junge Leute, undendlich berief er alle seine dctaschmeu Truppen und die in Ro-stock und WiSmar eingeschifften Abtheilungen zur Vereinigungnach Stralsund.
Schlll empfing die erste Nachricht von dem Nahen der ihnverfolgenden Generale Gratien und Ewald durch den Lieutenantvon Nochow, welcher von seinem Streifzugc gegen Lübeck glück-lich wieder heimkehrte, obwohl er schon bei Ristow sich mit teilTruppen Graiien's gekreuzt, aber, sich stets auf ihrer rechtenFlanke haltend, noch vor ihnen den Paß von Tribsee erreichthatte. Schill hatte wohl Gratien erwartet, und schien ihm auch ge-wachsen, allein unerwartet und unangenehm traf ibn die weitereNachricht, daß auch die Dünen gegen ihn anmarschirtcn; dennochgab er keinen Vorstellungen Gehör, sich der im Hafen von Stras-fnud befindlichen Schiffe zu bemächtigen, und sich auf denselbenunter den momentanen Schutz der Engländer zu begeben; umso heftiger und mißmuthiger sprach sich die Unzufriedenheit unter