zufälligen Hinderniß hindurchdrängen kennte. Aber mit jedemAugenblick wuchs seine Zahl; ihm folgte auch seine Reiterei, undwährend Alles, was sich hier zur Wehre setzte, niedergemachtwurde, wurde der Rest, dem man zum Theil durch Nebengassenin die Flanke kam, mit Ungestüm von Straße zu Straße undgegen den Markt getrieben.
Während dieser Vorgänge war Schill beschäftigt, die Ver-theidigung am Tricbscer-Thor persönlich zu leiten; die Cavalle-rie aber, welche auch jetzt noch durch ihre Erscheinung überallhätte den Ausschlag geben können, beharrte nach seinem Willenals Reserve unthätig auf dem Markte und war größtenteilsabgesessen. Schon nahte das Getümmel, schon erblickte man hieund da einzelne dänische Nothröcke, und war noch immer so we-nig von der eigentlichen Gefahr unterrichtet, daß Manche sogarmit einer von ihren heißen Wünschen unterstützten Leichtgläubig-keit in jenen Plänklern die gleichfalls roth uniformirten Englän-der zu erkennen glaubten, welche so eben im gelegensten Augen-blick gelandet seyn möchten. Diese wunderliche Täuschung schwandjedoch um so schneller, da lie sich entwickelnden Massen nur zubald eine feindliche Absicht verriethen, und nachdem sie den Ueber-raschten kaum die Zeit vergönnt, den Sattel zu gewinnen, auchzu einem lebhaften Angriffe von mehreren Seiten hervorstürzten.Es entstand ein Gefecht, das in diesem engen, jeder geordnetenBewegung so ungünstigen Raume bald in ein verwirrtes Hand-gemenge und eine blutige Metzelei ausartete.
Tief erschüttert durch die endlich auch an das Tribsccr Thorgelangte Nachricht, daß es dem Feinde gelungen sey, vom Nordenher in die Stadt einzudringen, sprengte Schill dem bedrohtenPunkte zu. Er wollte den Lieut. Tritschler mit einer CompagnieInfanterie vom Frankcnthor an das Knieperthor bringen, alsihm der Graf Moltke unterwegs die Nachricht brachte, daß dasKnieperthor erstürmt sey. Schill antwortete: „So wollen wirsie hinauswerfen!" und ritt weiter. Da jedoch die zum Thoreführenden Straßen schon vom Feinde erfüllt waren, so ritt Tritschleran den Major heran, und fragte ihn: „Wo geht die Netiradehin L" dem er aber ziemlich ruhig antwortete: „Wollt und könntihr euch retten, so reitet euch; wollt ihr aber sterben, so sterbtmit mir!" darauf gab er seinem Pferde die Sporen und eilteauf den großen Markt, um sich an die Spitze seiner Reserve zu
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