setzen und das Verlorne zurückzugewinnen. Schon war die Truppein ein regelloses Chaos aufgelöst und einzelne Haufen hichinund dorthin zurückgedrängt. Schick sammelte, was er von Hu-saren und reitenden Jägern auf seinem Wege fand, wandte sich,gegen das Knieperthor vordringend, bald in die eine, bald in dieandere Straße und warf in vcrzwciflungsvollcm Muthe Allesvor sich nieder, was ihm entgegenstand. Die errungenen Vor-theile kräftig verfolgend, waren jedoch indeß immer neue dänisch-holländische Abtheilungen durch das offene Knieperthor herein- ^gezogen. Noch einmal gelang cS den Schill'schen in der Mühlen-straße, das 9. holländische Regiment bis an den alten Markt -zurückzudrängen, doch endlich mußten sie völlig weichen, da dieZahl ihrer Gegner sich immer vergrößerte. Jetzt verbreitete ^
sich daS verwirrte Gefecht durch die ganze Stadt, Haufe focht !
gegen Haufe, Mann gegen Mann; aller Zusammenhang in der 'Vertheidigung war aufgelöst. Der Lieutenant von Halletins, jwelchem Schick eine Schwadron Uhlanen untergeben, griff an 'der Spitze derselben einen bei weitem überlegenen Trupp fcind- jsicher Reiterei an. Seine Schwadron wurde von der Uebermacht ^zersprengt, sein Pferd getödtet; er zerbrach beim Sturz seine jPike, fuhr aber fort, sich mit dem obern Theile derselben gegendie von allen Seiten auf ihn einhauendcn Feinde zu wehren;der rechte Arm wurde ihm durch mehrere Hrebc gelähmt; ernahm den Stumpf seiner Waffe in die linke Hand, schlug denihm mehrmals angebotenen Pardon aus, und sank endlich, bedecktmit Wunden, zu Boden. Gleich bei der Erstürmung des Kniepcr-thores hatten sich 10—12 Schill'sche Jäger, vom Feinde hartbedrängt, in den mit Schießscharten und Fensteröffnungen ver-sehenen Thurm des Thores geworfen, und unterhielten vondemselben herab auf die über den schmalen Damm heranziehenden !
Truppen, insonderheit aber auf deren Offiziere, ein unausgesetztes j
Feuer, welches jenen viele Leute kostete. Man sah sich endlich !
gezwungen, den Thurm zu stürmen: allein auch dann noch, als j
sie bereits ihr Pulver gänzlich verschossen hatten, von der über- j
menschlichen Anstrengung erschöpft und durch die eindringende !
Menge überwältigt waren, wehrten sie sich bis zum letzten Athem- !
zuge, und wurden sämmtlich niedergemacht. Andere 15 Jäger, '
sich hinter Kellcrhälse und Hausvorspringe verbergend, verthei-digten eine Straße eine halbe Stunde lang gegen eine Compagnie