Band 
[Zweiter und dritter Band.]
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die Fährgasse einbog, stieß er auf einige Holland, Voltigenrs,welche neben einer Wasscrpumpe damit beschäftigt waren, einenGefangenen vom Blute seiner Wunde zu reinigen. „Das istSchilt!" rief der Verwundete; und sofort auch rafften die Hol-länder ihre Gewehre auf und schoßen nach dem Bezeichneten.Da dieser aber nicht gleich stürzte, so liefe» sie ihm nach, undhieben ihn vollends vom Pferde. Die Kugel, die Schilt todtere,hatte den Kopf getroffen, war aber nicht durchgeschlagen, sondernüber dein rechten Auge liegen geblieben; die Soldaten plündertenden Leichnam und wurden nicht müde ihn zu mißhandeln.

Inzwischen wehrte sich, waS zu Schill'S Sache geschworen,noch einige Zeit fort, bis Tod oder Gefangenschaft das Looswurde. WaS am Tribseerthor gefochten hatte, ging meist zuGrunde, oder theilte, von allen Seiten umringt und eingeschlossen,das für diese Braven doppelt entsetzliche Loos der Gefangenschaft.Nur ein kleiner Theil der klebrigen, zu welchem auch nach undnach mehrere Jäger stießen, bahnten sich unter Anführung deöLieutenant von Blankenburg mit Erfolg einen Weg nach derHafenseite und rettete sich, mit Ausnahme deS Nachznges, welchersich nicht schnell genug in die Bote werfen konnte, nach Rügen;wenigen andern gelang cö, sich an Lieutenant Brünnow anzu-schließen. Nach einem Gefechte von zwei Stunden blieben dieTruppen der Generale Grasten und Ewald Meister des Kampf-platzes.

Unkundig der schrecklichen Begebniß, die in Stralsund sichzugetragen, ertheilte Brünnow, der vor dem Frankcnthore stand,der Infanterie-Compagnie an diesem Thore Befehl, wieder indie Stadt zu dringen, während er mit seinen Reitern in die vordem Kniepcrthor sich formirenden feindlichen Colonnen einhauenwollte. Die dumpfe Stille in der Stadt, die mit dem vorigenGetöse um so mehr contrastirte, und die nur noch von einzelnenSchüssen unterbrochen wurde, gab indeß Brünnow und seinenWaffengefährten die Gewißheit, daß das Gefecht beendigt sey;seine Schaar bestand nur aus dem Neste des 2. brandenbur-gischen Husaren-Regimenttz zu 150 Pferden, und einiger ausStralsund geflüchteten Infanterie und Uhlanen, vielleicht 300Mann.

' Ein Regiment holländischer Cürassiere, 3 Escadrons Dänen,ein Geschwader stanz. Gensd'armes, nebst einer holländ. reitenden