Band 
[Zweiter und dritter Band.]
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Am 4. Mai wurden sämmtliche Gerichte im Obcr-Dintsch-gau zur Vertheidigung der Grenze Tirels mit der Baltcliu auf-gefordert. Diese Landstürme»? versammelten sich zwischen GlurnsUnd Täufers, um die »ach der Valtelin führenden Pässe zubesetzen. Der Passeprer Wirth, Andreas Hvfer, befand sich miteinigen Landcsschützen - Compagnien in Tricnt; einige anderewaren mit gegen Rusca aus. Auch versammelten sich in Trienteine sehr beträchtliche Anzahl Wälschtiroler, die das falsche Ge-rücht, die Trientcr Bürger hätten bei dem letzten Rückzüge derOesterreich«'»? durch die Stadt auf Leiningen und dessen Soldatengefeuert, hingezogen hatte. Marschall hatte zwar dieses Ge-rücht durch eine Untersuchungs - Behörde schnell wiedcrlegt,allein die Stadt mußte doch jene unwillkommene» Gäste be-wirthen, deren unmäßige Forderungen große Opfer kosteten, bises den Bemühungen Marschall's gelang, dieselben endlich ausder Stadt zu entfernen. — Um bei einem erneuerten Angriffedes Feindes auf Südtirol diesem das Vorrücken im Etschthalezu erschweren, ordnete Chasteler neuerdings die Besetzung undApprovisionirung dcS Trienter Schlosses an. Vergebens stellteMarschall daS Nutzlose dieser Maßregel vor, indem daö Schloßleicht umgangen werden könne, und dessen Besatzung von 400Mann — es konnte nicht mehr fassen — zu schwach wäre, umdurch Ausfälle den Feind aufzuhalten. Um die VcrthcidigungS-anstalteu SüdtirolS zu vollenden, wurden 22 Compagnien Land-stürmer m diesem Theile dcS Landes organisirt. Die ersten 8Compagnien, Wälschtiroler, aus den Orten Zudicarien, Pinzolo,Fist, Rcnbena u. a., befanden sich damals 870 lllöpfe stark zuCaffaro, Pinzolo, Tricnt u. s. w.; die übrigen Compagnienaber, Deukscktiroler, ans den Orten Meran, Maltern, Passepr,Nimm, Botzcn u. s. w., 2530 Plann zählend, zu Cembra, Faber's,S llurn, Tricnt, Tramiu und Margrcith, unter Anführung An-dreas Hofers.

Auch dieses Mal, als der Feind Lciningen bedrohte, hattesich Hofer an der Spitze des zahlreichen Landsturmes befunden,welcher ihm gegen Rusca zu Hülfe geeilt war. Obgleich es,wie wir gesehen, zu keinen! Haupttreffen gekommen war, steigertenichts desto weniger der glückliche Erfolg der eingeleiteten Bewe-gungen die öffentliche Meinung eben so sehr zu Leiniugens undHofer's Gunsten, als unbillig gegen den General Marschall,