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dessen schleuniger Zug gegen Nord-Tirol gleichwohl nichts mehrals der Vollzug der ihm von Chasteler gegebenen Befehle war.General Marschall, unstreitig ein sehr guter Kopf, voll Dienst-eifer und OrdnnngSgcist, genoß rücksichklich seiner persönlichen Bra-vour, ungewiß ob mit Recht oder Unrecht, weder unter den Truppen,noch unter den Tirolern eine hohe Meinung; voll soldatischenZunftgeistes hielt er au den Kleinigkeiten des Äamaschendienstesfest, begegnete den Tirolern stolz und barsch, und rügte es öffent-lich, daß er mit dem Sandwirth Hofer an einem Tische habe speisenmüssen. Als in Mühlbach die au der Laditschcr Brücke von denTirolern gefangenen Bayern eingebracht wurden, behauptete erlaut: es sey des Militärs unwürdig, mit den Bauern gemeineSache zu machen; diese Bayern seyen gegen das Kriegsrecht ge-fangen worden, man müsse sie auf der Stelle wieder freigeben»Ganz gleichen Sinnes war auch der Chef des Gencralstabes,Major Lebzeltern, den Tirolern deßhalb ebenfalls verhaßt. Hoferund das gcsammte südliche Tirol klagten sogar durch eine Depu-tation bei dem Erzherzog Johann, welcher hierüber unter dem10. Mai an den Intendanten Hormayr schrieb: „die Bemerkungen,die ich machte, daß Zwietracht unter den Anführern herrsche, gibtmir wahrlich eines der unangenehmsten Gefühle! Man trautdem General Marschall nicht. Man will den OberstlieutenantLeiningen zum Anführer in Wälsch-Tirol. Der Sandwirth willunter ihm mit den Scinigcn frei operircn, und verlangt von mirdie hiczu nöthige Vollmacht. Alles klagt, man berücksichtige mehrdas nördliche, als das mittlere und südliche Tirol... Thun SieIhrerseits dagegen, was Sie können." Der ObercommandantChasteler nahm nachmals dem Marschall das Commando imsüdlichen Tirol, und gab es Leiningen, den seine rauhe Tapfer-keit, und vielleicht zu große Nachsicht gegen das Benehmen seinerTruppen unter diesen sehr beliebt gemacht hatte.
In Salzburg hatte indessen Lefcbvre von Napoleon den Be-fehl erhalten, mit den bayr. Truppen Tirol wieder zu unter-werfen, und traf seine Anstalten hiczu. Chasteler, wahrnehmend,daß sein Gegner vorzugsweise seinen Angriff auf den zwischendem Jnn und dem Saalflusse gelegenen Theil der östlichen De-fcnsionslinie von Tirol richte, und die wichtigsten Punkte dersel-ben, Paß Strub, der den Eingang ins Tirol auf der Hauptstraßevon Salzburg nud Loser vertheidigt; Paß Luftenstein, welcher