seinem Vorhaben abzubringen, und zur Festhaltung seines frühernEntschlusses, mit allen seinen Truppen in Tirol zu bleiben, zubewegen. Endlich schien er Marschall'S Rathe: „den Oberbefehldein ältesten General zu übergeben, und sich allein anö Tirol zuentfernen" — folgen zu wollen; schon war die UcbergabSacteausgefertigt, allein nur wenige Augenblicke später kehrte Ehastelcrzu seinem früheren Vorhaben zurück, begab sich noch am 21. nachLienz und erließ sogleich die Anordnungen zum Abmärsche.
Die Ursachen, welche ein ferneres Bleiben im Lande noth-wendig machten, ja gebieterisch forderten, so wie die großenResultate, welche Letzteres unbczweifelt herbeigeführt haben würde,sind zu einleuchtend, als daß man solche hier näher entwickelnsollte. Hinreichend waren aber auch noch die Mittel, welche da-mals in Tirol zu Gebote standen, wenn Ehastelcr den Kampf indiesem Lande schnell zur Entscheidung bringen wollte. Das öfter.Truppencorps zählte 13,000 Mann unter den Waffen, der Ti-roler Landsturm bereits in den Tagen des 23. u. 24. Mai gegen20,000 Mann. Nur selten kamen Klagen über Mangel an Le-bensmittel ein, häufiger dagegen die Fälle, wo dem Soldatendoppelte Nation bewilligt wurde; — ein Zeichen, daß eS hierannoch nicht fehlte. An Schicßbcdarf war noch hinlänglich im Landevorhanden, um den Feind aus dem Jnnthale zu vertreiben, undeinen Nuöca, falls er weiter vordringen sollte, im Pustcrthaleaufzuhalten. Mit Gewißheit kann man annehmen, daß damalsbei dem Corps in Tirol der noch vorhandene Munitionsreserve-vorrath über eine Million Flintenpatronen betrug, wobei zubemerken, daß beinahe sämmtliche Mannschaft mit den vorgeschrie-benen 60 Patronen versehen war. Ein bedeutendes Quantuman Munition war in den Händen der Tiroler, und eine nichtunbedeutende Quantität Pulver wurde, wie Hormapr versichert,aus der Schweiz bezogen; nur der Mangel an guter Bekleidungfing damals an, bei manchen Truppenabthcilungen etwas fühlbarzu werden. Als Noth und Entbehrungen aller Art das franz.Heer in der Niviera von Genua 1796 heimsuchten, rief Bona-parte auS Savona seinen ausgehungerten und abgerissenen Sol-daten zu: „Jenseits dieser Berge ist ein schönes, reiches Land,dort werdet ihr Nahrung, Kleidung, Alles und mehr nochals ihr braucht, finden, doch müßt ihr vorher den Feind schla-gen!" — Bald lohnten Sieg und Neberfluß ihre Anstren-
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