Band 
[Zweiter und dritter Band.]
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gungen. — Ein nachahmungswürdiges Beispiel für Chasteler!Von den Gebirgen Tirol's halte er seinen Soldaten das reicheSchwaben und Bayern weisen und ihnen jene Worte dcS franz.Heerführers zurufen sollen, und entscheidende Schläge wären ge-fallen! Die Begeisterung, mit welcher die Tiroler schon öftersgekämpft, war nicht ohne Wirkung auf die Soldaten geblieben,die bisher nicht geglaubt, der Bauer könne eben so tapfer, wieer seyn, und daher diesen an Muth zu übertreffen suchte. Zu-dem war auf der Seite der Valtelin und von Verona her wenigvon einem Feinde zu befürchten, und wäre eö auch mittlerweileeinem Rnsca gelungen, von Villach bis nach dem Pusterthalevorzudringen, so kam derselbe eben recht, um sich die Nachrichtvon der Niederlage des Feindes im Jnnthale, und sich selbst, wenner blieb, eine zweite Niederlage zu holen. Aber Chasteler beharrtedarauf, nach den Erbstaatcn vorzubrechen, nachdem er in seinemfrüheren Schwanken zwischen Bleiben und Gehen z. B. an Buolin «1 Tagen 15 verschiedene Marschbefehle ertheilt, von welchender spätere meist den früheren aufhob, und die Truppen Leinin-qens und Buols durch fortwährende Gegen-und Gewaltmärscheäußerst ermüdet hatte.

Chasteler marschirte also nach Lienz und gebotdem GeueralBnolund dem Oberstlieutenant Leitung» n die Nachhut zu übernehmen.

General Buol stand seit dem 21. Mai den letzten Befehlengemäß, die er von seinem Feldherrn erhalten, auf dem Brennerder Offensive gewärtig und bemühte sich, die am 22. und an denfolgenden Tagen eintreffenden, kampfgerüsteten Tiroler zu ord-nen und zweckmässig aufzustellen. Den neuen Befehl Chastelers,nach Schabs zurückzumarschiren, und die Nachhut des aus Tirolabziehenden Corps zu bilden, erhielt Buol nicht, indem die Ti-roler ihn aufgefangen hatten. Oberstlieutenant Leiningen hatteaber seine Ordre erhalten, und rückte nach Schabs ab, um sichmit Buol befohlener Weise zum Abmärsche und zur Nachhut zuverbinden. Nachdem er aber vergeblich auf diesen gewartet, be-gab er sich zu ihm, erhielt aber den Befehl, er solle sich zu Ster-zing ausstellen, um der auf dem Brenner befindlichen Brigadeals Reserve zu dienen. Als aber der in Botzen befindliche Platz-major Lange die freilich nachher ungcgründete Nachricht mittheilte,eine feindliche Abtheilung rücke im Etschthale über Tricnt gegenBotzen vor, begab sich Leiningen schleunigst nach Schabs zurück,