Band 
[Zweiter und dritter Band.]
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und rückte nach Klausen, Botzen und Trient, wo er am 27. Maieinrückte. So blieben Buol und Leitungen in Tirol, wo ihreTruppen die Vcrschanzungen auf dem Brenner besetzt hielten.

Der Marsch des Marschalls Lcfebvre auf beiden Ufern desJnn gegen Innsbruck beschleunigte in dieser Stadt den Entschluß,sich der Gnade des Königs von Bayern zu unterwerfen und ihreThore zu öffnen. Am Nachmittag deS 19. Mai, unter dem Ge-läute aller Glocken, hielten die baycr. Truppen den Einzug.Als der Zug durch die Neustadt ging, redete Wrede die vor demHause der Landschaft in großer Menge versammelten Tiroleran: er wollte sie entweder zur Pflicht zurückführen, oder züchti-gen. „Die Schutthaufen von Schwaz", sagte er, „seyen jetztdaö schreckliche Bild der Kriegerrache und der Früchte des Auf-ruhrs. Doch Maximilian Joseph, ihr König, ein weichherzigerVater seines Volkes, wolle Gnade walten lassen über die Empö-rer, statt Recht!" — Als nun die Versammelten mehr furchtsamsich verstellend langes Leben über den König ausriefen, unterbrachsie Wrede mit starker Stimme: „Es geht Euch nicht von Her-zen, Tiroler! Ihr seyd noch nicht würdig, den Namen Marimi-lian Josephs auszusprechen; erst nach Jahren langer Treue könntIhr es mit Würde und Wahrheit!" Wrede sicherte den Ab-geordneten der Stadt Schonung und Gnade für die „verführten"Unterthanen zu, und Lefebvre versprach in einer Kundmachungden Tirolern die Verzeihung seines Kaisers. Darauf begab sicheine Deputation der Scheinbar-Reuigen, den Grafen von Tan-nenberg an der Spitze, nach München, um den König um Gnadeund Verzeihung zu bitten, und eine zweite ging nach Wien, umbei Napoleon dasselbe Gesuch zu thun. Die Bayern bezogenCantonnirungs-Ouartiere in den wieder eroberten Landen, undsetzten die vorigen Behörden wieder ein. Will man einem Schrift-steller über jene Zeit, von der wir sprechen, glauben, so war derAugenblick damals gekommen, durch die Verkündigung einer all-gemeinen Verzeihung das insurgirte Volk zu unterwerfen; denndie Sieger hatten von Tirol nichts, als die offene Fläche des un-teren Jnnthales; der Brenner, der Mittelpunkt der grossen Ge-birgsfeste und die unbezwinglichen Engpässe waren noch in derGewalt der Feinde.

Während die Divisionen Wrede und Deroi in Tirol ein-drangen, Kufstein deblocirten und in Innsbruck einrückten, hatte

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