Band 
[Zweiter und dritter Band.]
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Kampfplätze der kriegenden Mächte. Wenn aber die Oesterreicherdie Gewalt, welche ihr ihnen über euer Land eingeräumt habt,mißbrauchen, wenn sie euch zum Krieg wieder euren rechtmäßigenHerrn zwingen wollen; dann kehrt die Waffen wider sie, ergreiftdie schändlichen Verführer, und liefert sie eurer rechtmäßigen Obrig-keit zur Strafe aus... Bewohner von Süd-Bayern! großeVerbrechen sind geschehen, aber noch ist es Zeit, sie zu sühnen.Euer König ist derselbe, dessen Herablassung und Herzensgüte,als er im vorigen Jahre vertrauensvoll in euerer Mitte wan-delte , eingetheilten, lauten Jubel erregte! Mit Wehmuth blickter auf euch, als unglückliche Verirrte, welche, durch listige Ver-führer verblendet, seine Liebe mit Undank vergelten. Sein Vater-herz läßt euch setzt noch Hoffnung übrig, daß er den Jrrgeführtenverzeihen werde, wenn sie setzt zur Pflicht zurückkehren..." DerLandrichter Nungger von NauderS war vor allen bemüht, dieseProelamationen unter die Tiroler zu bringen, ließ sie in größterEile durch die Gerichtsdiener bei den Gemeinden umhertragen,und munterte sie auf, Teimer und Hormapr anzugreifen undauszuliefern.

Tirol schien schon unterworfen; Lefebvre bereitete sich, mitdein größeren Theile seines Corps gegen den Erzherzog Johannund General Jcllachich nach der Stepermark zu wenden, als ihnein neuer Befehl Napolcon's nach der Donau abrief. Nur Ge-neral Deroi blieb mit 6000 Mann und 18 Geschützen in undbei Innsbruck zurück, um Ruhe und Ordnung zu erhalten undsich mit München in Verbindung zu setzen.

Unbeschreiblich schmerzlich war der Eindruck, den Chasteler'öAbzug aus Tirol auf die Gemüther machte. Wie ein Traumbildsahen sie all' die schönen Hoffnungen verschwinden, deren Er-füllung der am 20. nach dein Brenner bereits angetretene Marschder Oesterreicher verhieß. Zu dem Schmerz hierüber gesellte sichbald eine nicht geringe Erbitterung, welche hier und da in Thä-t.gkeiten gegen die Oesterreicher auszubrcchen begann. So wurdendie Verbindungen zwischen Buol, Leitungen, Ehasteler, von denTirolern unterbrochen, Dicnstbriefe von ihnen aufgefangen, undnach genommener Einsicht nur sene weiter befördert, die ihrenAbsichten nicht entgegen waren. Als einen Beweis der aufge-regten Stimmung, welche damals an manchen Orten das Volkdurchzuckte, und durch unwahre und absurde Gerüchte genährt