Band 
[Zweiter und dritter Band.]
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wurde, führen wir hier den Hauptinhalt eines Schreibens an,daS die Sillianer Schützendcputation am 24. Mai an den Lan-deöschützcn-Anführer im Pustcrthale, Rittmeister Banizza, erließ.Dasselbe enthielt unter andern auch folgende Hauptpunkte: „Zwei-tens: Seine Exzellenz der Commandircnde hätten eine Conventiongetroffen, und vermöge dieser ganz Tirol an Bayern abgetreten.Nur der Generalcommandant Hofer habe sich dieser Conventionwidersetzt, und den kais. General Buol mit. Kanonen und Reiternbei sich behalten. — Drittens: Seine Exzellenz seyen in Lienzvon den Bauern czussi gefangen. — Viertens habe das Landbeschlossen, Seiner Exzellenz (Chasteler) zu befehlen, entwedernachmalen zu avanciren, oder ihn als vogelfrci zu erklären."— Ucbrigens herrschte nach Chasteler'S Abzüge Parteinng imLande. Eine Partei wollte Fortsetzung des Kampfes, die anderesuchte den Muth und das Vertrauen auf Oesterreich und dessenAgenten zu untergraben; jene suchte das Volk auf alle möglicheWeise dahin zu bringen, die rückständigen Löhnungen, oder ge-machte Vorschüsse mit Ungestüm zu fordern, Hormayr um dasVertrauen zu bringen, und Unterwerfung unter Bayern herbei-zuführen; die andere rief zum hartnäckigsten Widerstand auf.Während die Viutschgauer unter die Waffen traten, nahm diedurch ruhmvollen patriotischen Sinn hervorleuchtende Stadt Botzen.die Einnahme von Innsbruck, das Gerücht von einer für Tirolabgeschlossenen Convention und einige Berichte und Aussagenvon öfter. Militärs dahin auf, daß sie die Waffen niederlegenmüßte, weil öfter. ScitS selbst das Zeichen gegeben worden sey,und ließ selbst diese Ansicht in den Distrikten circuliren, wo maneben von Neuem zu den Waffen rief. Während die Passeyrerfür Fortsetzung des Kampfes glühten, waren desto mehr im Jnn-thale die Gemüther dafür erkaltet. Vor Allen bemühten sich daherOesterreichs Agenten, das falsche Gerücht zu widerlegen, als wäreder Waffenstillstand, den Tcimcr und Wrede an der VoinperBrücke behandelt hatten, eine Capitulation für das ganze Tirol.Den Boten, der zu Landeck den bayerischen Aufruf zur Sühneund Nicderlcgnng der Waffen überbrachte, zwang Hormayr, zumgroßen Gelächter des Volkes, „ihn zu fressen," wie einst HerzogLudwig mit dem Barte dem Boten des Kaisers Siegmund ge-than; auch den eifrigen Patificator, Landrichter Rungger, ließer verhaften und nach Mcran setzen. Die bayerischen Aufrufe