Band 
[Zweiter und dritter Band.]
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Cruzifir, dazu späterhin eine große silberne Medaille dcö heiligenGeorg, zuletzt die ihm vom Kaiser Franz verliehene große gol-dene Medaille mit goldener Kette. Aber HoferS merkwürdigstesAbzeichen, das ihm, zumal wenn er zu Pferde saß, ein ganz beson-deres Ansehen verlieb, und an der großen Rolle, die er gespielt,zuverlässig entscheidenden Antheil hatte, war ein biS an den Gürtelreichender schöner schwarzer Bart, wie es denn überhaupt altesHerkommen der Wirthe scner Thäler war, den Bart wachsen zulassen. Seine Erziehung war etwas besser, als die der übrigenLandleutc gewesen, und sein Wirthsgewerbe, der Wein- undPferdehandcl machten, daß er auch daS Italienische, obgleich imgemeinsten venetianischen Dialekte, ziemlich geläufig sprach undfertig las. Hoher war rein phlegmatischen Temperaments, vongroßer Liebe zur Ruhe, zur Gemächlichkeit geneigt, wohl auchdarum ein Feind alles Neuen und Raschen, und nur in Feuerzu setzen, wenn cS altein Recht und Herkommen, religiösen Ge-genständen , oder der über alles theuren heimathlichen Erde galt.Er war nichts weniger als ein ausgezeichneter, hervorragenderMensch, sondern fröhlich, ein Freund gutmüthigen Reckens undScherzend, langsam im Auffassen, beschränkt auch in gewöhnlichenKenntnissen, weder klar noch einig in seinen Ansichten, im Han-deln langsam und unentschlossen, leichter vertrauend und hin-gebend, als eS sonst die Bergbewohner zu seyn pflegen; Rechtbehielt bei ihm meistens, wer zuletzt gesprochen hatte, undwer, was sehr leicht war, es verstand, ihn zu rühren oder ihmzu schmeicheln: eine classische Nückerinnerung an die geheiligtePerson des Kaisers Franz, oder an den angebeteten ErzherzogJohann, oder an einen Sieg der Sache Oesterreichs u. dgl. undHofcr schwamm in Thränen, und war lange Zeit unvermögend,einen Laut hervorzubringen. Leicht war es, ihn in einem Augen-blicke zu terroristischen Maßregeln hinzureißen, aber seine Reli-giosität und die schöne Weichheit und Milde seines Gemüthes hin-derte immer den Vollzug, und was war ergreifender und rührender,als die rauhen, kraftvollen, treuherzigen Aeußerungen unduld-samer Vaterlandsliebe und hohen Nationalstolzes in diejcr Seelevoll schmuckloser Einfalt und rücksichtsloser Anhänglichkeit an

r) Hoftr trug seinen Bart in Folge eurer Wette, daß seineFrau ihn zu tragen nicht erlauben würde. Barthvlby, S> 24z.