Band 
[Zweiter und dritter Band.]
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Oesterreich und Tirol! Mit Weibern scherst? Hofcr gern, übri-gens war er ein großer Verfechter der Sittcnreinhcit. Humo-ristisch ist eine Stelle in seinen Verfügungen vom 2',. August1809, wo es heißt: „Viele meiner guten Waffenbruder und Lan-dcsvertheidiger haben sich geärgert, daß die Frauenzimmer vonallerhand Gattungen ihre Brust und Armfleisch zu wenig odermit durchsichtigen Hadern bedecken, und also zu sündhaften Rei-zungen Anlaß gebe», welches Gott und jedem Christlich-Denkendenmißfallen muß. Man hoffet, daß sie sich zur Hintanhaltung derStrafe Gottes bessern, widrigenfalls aber sich selbst zuschreiben

werden, wenn sie auf eine unlicbige Art mit-- bedeckt

werden." Mitte:: in den gefährlichsten Kriegslagern verlor eroft viele Stunden damit, entzweite Ehelcute zu versöhnen, undnichts entschied einmal Hofcr so schnell zu einer Expedition gegenRusca, als die Nachricht, daß dieser General in Villach undKlagcnfurth Mädchen und Weiber durch die Municipalität habefür sich reguirircn lassen. In: ganzen Etschlande war er umseiner anerkannten Rechtlichkeit willen ungemein populär; alsSprecher der ganzen Gegend, und als unausbleiblicher Renitentgegen jede neue Verordnung, wurde er mehrmals durch dask. k. Kreisamt in Botzen vorgefordert, um dort amtliche Verweiseüber seine Widersetzlichkeit zu erhalten. Er war mit auf demLandtage von 1790, wo die Sprecher des Passeprer Thals einenicht unbedeutende Rolle spielten, und mit bei den Deputationenan Erzherzog Johann und in Wien. Als in den Revolutions-kriegcn Feindesgefahr Tirol näherte, zog er mehrmals mit demVolke seines Thales an den Gardasce, führte auch einmal eineCompagnie Schützen als Hauptmann, ohne besondere Auszeich-nung ; an persönlichem Muthe fehlte es ihm keineswegs. Hofcrsrührender Abschied als Abgeordneter seines Thales von ErzherzogJohann von Bruneckcn ain 4. November 1805, seine geheimniß-volle Reise nach Wien im Januar 1809, seine damalige Unter-redung mit jenem Erzherzog, die von ihm erfahrene Gunst, dieüberraschend glückliche Initiative, welche er der Jnsurrccnon am11. April 1809 gab, hatten die öffentliche Meinung sehr auf ihngezogen; allein, daß er das Obercommando erhielt, soll durchden Zufall, und meist durch die Eifersucht weit begabterer Führer,wie Joseph Speckbacher, Joseph Eisenstecken, Rupert Winter-stallcr von Kirchdorf, Kapuziner Joachim Haspingcr, Schabser-