Band 
[Zweiter und dritter Band.]
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vor Patsch, Mattrcy, in Schöuberg u. s. s. standen, trafen dieVorbereitungen zum neuen Kampfe, der auf den 29. Maifestgesetzt ward; der 26. u. 27. wurde dazu verwendet, Blei undPulver zu Patronen umzuformen, die Landcsschützen-Compagnienzu mustern, um sie mit dem Locale, mit dessen Vortheilen undNachtheilen noch näher bekannt zu machen; Eisenstecken that allesMögliche, um die bewaffnete Volksmasse in Athem zu erhaltenund zufrieden zu stellen. Schon murrten viele und wollte» wiedernach Haufe, weil der Angriff nicht gleich ein paar Stunde» nachihrer Ankunft geführt werden konnte. Nicht wenige zogen wirk-lich ab, aber eine weit größere Menge strömte herzu; die StadtBotzen half nach ihrem gewohnten Sinne mit Geld und Lcbens-mitteln aus. Kundschafter und eine bei Zirl aufgefangene, anHormayr eingeschickte Depesche deS General Dcroi an den Ober-sten Arco gaben übcrdieß die erfreuliche Gewißheit, daß bei denBayern nichts weniger als Ueberfluß an Munüion herrsche, unddeßwegen den Vorposten alles unnütze Plänkeln scharf verbo-ten sey.

Der Intendant Hormayr, dainals unwohl, aber dennochthätig, hatte aus einem großen Transport befreiter Kriegsgefan-genen die besten, vorzüglich die Unteroffiziere, alle Cavalleristenund Artilleristen herausgenommen, sie mit etwas Geld versehen,und so gut es in der Eile gehen konnte, bewaffnet , die Reiterberitten gemacht, aus den bayr. Kriegsgefangenen die gcbvrnenTiroler und Vorarlberger herausgesucht, und aus allem eine be-wegliche Colonne gebildet, und sie ins Oberinnthal an MajorTcimcr gesendet. In Nauders, Landeck, Jmst, Pfunds u. s. w.hatte er gegen die Feinde aufgeregt, täglich Boten nach demBrenner abgefertigt, um, obgleich auf dem weiten Umkreis überMeran, Botzen, Briren, von der dortigen Lage und den Planenunterrichtet zu seyn. Allein er erhielt von Hofer keine befriedi-genden Antworten, ja den Hauptmann Röhle von Landeck, durchden er alles genau erfahren wollte, was auf dem Brenner be-schlossen worden sey, schickte Hofer ihm mit den Worten zurück:„Er solle nur ausrichten, er habe den Sandwirth wirklich beimFreund Etschmann in der Schupfen seinen Fuchsen abfüttern,Brod abschneiden, und feine Gesundheit trinken ffhen." Für Hor-mayr hatte also Hofer eine Art Geheimniß von seinen Angriffs-plancn; denn noch am 29., am Tage des Angriffes auf Deroi,