Band 
[Zweiter und dritter Band.]
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jedoch dem erneuerten Angriffe einer überlegenen bayrischen Colonnewieder weichen. Gegen 5 Uhr Nachmittags erhob sich ein heftigerRegen und machte dem Gefechte ein Ende. Beide Theile hieltenihre vorigen Stellungen inne. Man erzählt, daß über den un-entschiedenen AuSgang LeS Gefechtes und über daS Nachhause-eilen vieler Landleute Hofer betroffen worden, daß aber aufeinmal ein altes Bäuerlein an den Tisch getreten sey und ihmseine Mutlosigkeit mit harten Worten verwiesen und befohlenhabe, am Montage, den 29. Mai, noch einen Angriff zu unter-nehmen; Gott werde gewiß helfen! Da man dieses alte Männ-chen seit dieser eindringenden Rede nicht wieder gesehen, so hieltenHofer und die klebrigen den Greis um so mehr für einen Hei-ligen, als der 29. Mai wirklich gut ausfiel.

Obschon die Ereignisse des 25. nicht entscheidend auf diedamaligen Verhältnisse einwirkten, so blieben sie doch nicht ohneheilsame Folgen für die österreichische Sache. Der Fehdehand-schuh war abermals hingeworfen, und somit der Weg zu einemgütlichen Vergleiche für längere Zeit abgeschnitten; das Schwertmußte nun entscheiden, wer unterliegen werde. Die moralischeGewißheit hiervon, welche sich nunmehr der Gemüther der Ti-roler bemächtigte, ließ ihnen nur in einem festen und brüder-lichen Zusammenhalten daS einzige Rcttungsmittel für Volk undLand erblicken. Von nun an waren die Bande deS gegenseitigenVertrauens und gegenseitiger Hülfsleistung zwischen den verschie-denen Schaaren enger als je geknüpft, und fest und unerschütter-lich stand in ihren Herzen der Entschluß, für Oesterreichs Sachezu kämpfen; ohne Wirkung blieb daher ein Ausruf, welchen Deroiam 27. im versöhnenden Geiste an die Tiroler erließ, und in demer sie zur Niederlegung der Waffen und friedlichen Heimkehrnach ihrer Heimath aufforderte.

Deroi täuschte sich keineswegs über die vielseitigen Nachtheileseiner Lage. Durch Zeitgewinn konnte sich solche nicht zum Bes-sern wenden, wurde vielmehr stündlich schlimmer; er hatte dahernoch den letzten Versuch zu gütlicher Unterwerfung der Tirolergemacht; inzwischen erhielt er von Salzburg durch das 10. Linien-Jnfantcrieregimcnt und die Batterie Peters einige Verstärkung,war aber doch außer allem Verhältnisse schwach gegen die widerihn ausgestandenen Massen.

Die Oestcrrcichcr und Tiroler indessen, die auf dem Brenner,

Echncidawind/ Bd II. 9