Bayern öfters lebhafte Angriffe auf seine Stellung gemachthatten.
Da es schon 6 Uhr Abends vorüber war, glaubten Ertelund die andern Führer, das Gefecht ruhen lassen zu müssen, weilder Morgen unfehlbar das nämliche Resultat hervorbringen würde,und um so mehr, da Teimcr im Rücken des Feindes zu einerbedeutenderen Macht anwachsen könne, und das Untcr-Jnnthal,des Feindes Rückzugslinie, mehr Zeit gewänne, seinen Aufstandzu organisiren, indem daselbst Speckbachcr, Wimersteller, Teimer,Aschbacher u. A., allerwärtShin den Ruf zur Bewaffnung, zur Abrcis-sung der Brücken, zum Verhauen der Wege ertheilten. Beide Theilebehaupten ihre um 0 Uhr Abends innegehabten Stellungen; dieBayern in der Ebene von Innsbruck und auf der HöttingerHöhe, mit vorgeschobenen Posten in der Ebene zwischen jener Höheund Kranabiten; die Ocsterreicher und Tiroler unter Hofer, Ertelund Ncißenfels auf den Höhen zu beiden Seiten des SillbacheS,von Galwies bis AmraS, und in Wittern; Teimer bei Krana-biten. Es war schon 8'/z Uhr Abends, als Letzterem von seinenSchützenposten nach Kranabiten die Meldung geschah, ein feind-licher Artillcrie-Hauptmann hätte sich mit einem Trompeter demersten Posten genähert und ihm zugerufen: man ersuche Teimcr'n,nach einer Stunde zu einer wichtigen Unterhandlung auf dembezeichneten Feldwege zwischen Kranabiten und Hvtting mit ihmzusammenzukommen. Teimer begab sich zur bestimmten Zeit aufden bezeichneten Weg und näherte sich mit seinen Begleitern aufdem hohen Fußsteige zunächst an einem tiefen Hohlwege; derbayr. Artillerie-Offizier hatte außer seinem Trompeter keine an-dere Bedeckung. Als aber beide Theile auf beiläufig hundertSchritte von einander entfernt waren, stieg jener in den Hohlweghinab, und zugleich geschahen 2 Kartätschenschüsse auf Teimer,jedoch ohne ihn zu treffen. Er entfernte sich sogleich, und ließdie ganze Nacht das Gasthaus, die Wirthschaftsgebäude unddazu taugliche Umgebung verschanzen, einen feindlichen Angriffam 30. Mai sicher erwartend. Ob indeß dieses Ereigniss Folgeeines Zufalls oder eines Attentats war» können wir nicht ent-scheiden.
H Schreiben Teimer's an Herrn v. Anders/ T -l. Herbersdorf/am 7 Juni 18Z3; (abgedruckt in der öfter. nnl. Zeitschrift/18 »/ 12. Heft/ S. 288-92.)