Band 
[Zweiter und dritter Band.]
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am Saume des Sebalder Rcichswaldes, die Vorhut beim Schmause-und Brezen - Garten. Kaum hatte man diese Stellung bezogen,als von der Vorhut die Meldung einlief, daß die Thore gesperrtseyen, die Bürger auf Aufforderung des bayr. Gencral-Com-missärs Grafen Thürheim und des Polizeidirectors Wurm sichvertheidigen wollten. Da man sich aber der Stadt näherte, kamaus dem kleinen Pförtchen mit fröhlichem Empfange und Will-komm eine Menge einzelner Menschen zum Vorscheine. Unter-dessen näherte sich Oberst Michanovich mit dem Gros und sandteeinen Hauptmann des Generalstabes mit der Vorhut auf dasnächste Thor los, das noch gesperrt war. Aber die „Rußigen",d. h. die Schmiede, die Schlosser u. s. w. erhoben sich, und öff-neten den Oesterrcichern das Thor, ohne den von Grafen Thür-heim, bei der Ueberzeugung, daß jeder Widerstand unnütz sey,schon ertheilten Befehl, dieselben zu öffnen, abzuwarten. Unterdem Rufe: „Vivat! Hoch lebe der Kaiser! Hoch lebe der Erz-herzog Carl!" zogen die Oesterreichs in Nürnberg ein.

Ihre Proclamationen zur Aufstehung von ganz Deutschland,das Verkünden des Vorhabens, nach Schwaben zu ziehen undsich mit den Vorarlbergern und Tirolern, die an der Jller her-unterkämen, zu vereinigen; die Versprechungen der alten Zeitenu. dgl. erweckten unter dem großen Haufen der ehemaligen freienkaiserlichen Reichsstadt einen Tumult, worin Graf Thürheim undWurm mißhandelt wurden und nur öfter. Offizieren ihr Lebenverdankten; das Polizeibureau wurde erstürmt, in demselben alleMeubels zerschlagen, die Schriften vernichtet, die Polizeisoldatengeprügelt, die bayerischen Wappen abgerissen. Die Verhaftungder ärgsten Ruhestörer stellte die Ruhe wieder her, und eine öfter.Proclamation folgenden Inhaltes wurde erlassen: „Obgleich manden deutschen Sinn und die edle Anhänglichkeit an Kaiser undReich der braven Nürnberger nicht verkennt, und sowohl Sr.Maj. dem Kaiser und S. K. H. dem Erzherzog Generalissimusanzurühmen wissen wird, so ist doch die Ordnung das Wesentlichein jedem Staate. Man hoffet, daß die Einwohner von Nürn-berg sich ruhig ihren Geschäften widmen und sich aller Zusam-menrottungen und Gewaltthätigkeiten enthalten werden. Der-jenige, der sich nicht ruhig beträgt, und die öffentliche Sicherheitstört, wird mit der militärischen Gewalt zur Ordnung angehaltenwerden, dagegen Jedermann versichert werden kann, daß ihm