187
zu verlassen. Das Gros des General Radivojevich setzte sichVorerst in Bewegung, und wurde auf den Abfällen des großenWaldstein hinter Gefrees aufgestellt. Die Nachhut zog sich sech-tend ebendahin zurück, der Ort wurde mit dem ersten TaborerLandwchrbataillon besetzt, worauf die Arriergarde, so verstärkt,den feindlichen Vorschritten Schranken setzte. Schon seit Anfangdes Gefechtes hatte Radivojevich an Kienmayer einen Courierabgesendet, dem während des Tages zwei andere folgten, ohnedaß er nur die geringste Nachricht von ihm erhielt, was natür-lich die Besorgnisse Nadivojevich'ö für seine rechte Flanke ver-mehrte.
Kienmayer, der bei seinem Entschlüsse beharrte, dem Feindein die linke Flanke zu fallen, marschirte am 7. nach Helmbrccht, woer die Meldung erhielt, daß Radivojevich sich vor Junot's über-legenen Kräften nach Berneck zurückgezogen habe, und nach kurzerVertheidigung auf dem Rückzüge auf Gefrees begriffen ftp;hieher eilte er nun selbst den 8. vor Tagesanbruch.
An demselben Tage, mit Anbruche des Morgens, fing daSGeplänkel der beiderseitigen Vortruppen an, welches mit abwech-selnder Heftigkeit fortwährte, gegen 10 Uhr aber von französ.Seite ganz aufhörte, und nur dann wieder anfing, wenn sich dieOestcrrcicher den Posten näherten, statt daß vorher die französ.Tirailleurö die öfter, angegriffen hatten. Diesen Umstand klärteein Schreiben Kienmayers auf mit dem Bericht: Laß er bereitsgestern über Helmbrecht im Anmarsch gewesen sepe, um denFeind über Culmbach zu tourniren, auf die Nachricht des Ver-lasscns des Defilce's von Berneck aber seine Marfchdirectionverändert habe, und bei Gefrees mit dem Nadivojevich'schcnCorps sich vereinigen werde. Um Mittag verband sich dann auchwirklich die Colonne Kienmaper's — das brauufchwcig. Corps,4 Bataillons, 1 Compagnie, 1 Escadron Ocfterrcicher, und 350Mann des geworbenen hessischen Corps (aus Jägern, Grena-dieren, Husaren und Dragonern bestehend), nebst einigen Kano-nen — mit den Truppen Radivojevich's, und die gestimmte Stärkedes vereinigten Corps mochte nun gegen 9000 Mann betragen.
F. M. L. Kienmayer ließ das Gefecht auf einige Zeit ein-halten, und ging mit dem Herzog von Braunschweig vor, diefeindliche Stellung zu besichtigen. Junot hatte sich auf denBergabfällen auf beiden Seiten der Olfchuitz aufgestellt, und