258
vorgeschickt. Das Thal der Lissing, in welchem Jellachich vor-rückte, läuft bei St. Michel in das Muhrthal, auf deren linkeinUfer die Divisionen unter Grenier und etwas Reiterei im An-märsche waren. Wenn er die Brücken von Morstein lind St. Mi-chel mit einem Vortreibe besetzte oder abbrechen ließ, so konnte erdann ruhig hinter der Lissing seinen Marsch nach Leoben undDruck fortsetzen, wo er in Sicherheit war. Aber schon Jellachich'sZug durch das Ennsthal geschah langsam und sorgenlos; ver-geblich warnte ihn der brave Judcnburgcr Krciöhauptmann vordem Anmärsche des Vicekönigs durch Boten über Boten; eineinziger Nachtmarsch hätte diesen schönen Hecrhaufen für wichtigeZwecke gerettet. Allein es gefiel Jellachich, erst am Morgen auf-zubrechen, wodurch er dann aus General SerraS stieß, den aberdie nng! stüimne Tapferkeit der öfter. Vorhut warf. Es ist fastunglaublich, und dennoch buchstäblich wahr; auch setzt noch konnteJellachich über Trobach nach Leoben, oder (freilich ohne Gepäcke)über den Dicbsweg nach Fronleiten gehen, um dem unvermeid-lich nachtheiligcn Gefechte auszuweichen. Aber er rückte sogleichzum Gefecht entschlossen nach, als seine Avantgarde unter Ge-neralmajor Ettingshauscn mit Scrras zusammengestoßen, besetztedie Platte bei St. Michel, führte sein Geschütz auf und sendetenoch 1 Bataillon auf seinen rechten Flügel auf die waldigtensanften Abhänge, statt eiligst weiter zu ziehen und die Nachhuthinter St. Michel auf die felsige Höhe und in die Enge zustellen, wo er dann höchstens einige Wagen verloren haben würde.Jellachich konnte um so mehr das Desilec passircn, als Serras,der sich noch nicht stark genug hielt, sich auf eine Kanonade be-schränkte, die 2 Stunden dauerte, und seinen ihm Stand haltendenGegner nur durch Plänklcr längs seiner ganzen Fronte beschäf-tigte, bis der Vicekömg selbst bei Kaiserberg anlangte. Eugenstellte sogleich Durutte in zweiter Linie auf, entsendete einigeBataillons über die Felsen gegen die Straße von Mautcrn undauf die andere Seite der Muhr und gab dann Befehl zum An-griff. Serras rückte dicht geschlossen, unterstützt vom 6. und 9.reitenden Jägerregiment, auf der Heerstraße vor, während dieandere Colonne, gedeckt durch die Waldungen oberhalb Kaiser-berg, den rechten Flügel der Oestcrreichcr umging. Die Ueber-macht der Franzosen drängte sie aus dem Walde, und auf derStraße sprengte Serras mit dem 6. und 9. Jägerregiment zu