Band 
[Zweiter und dritter Band.]
Seite
314
JPEG-Download
 

Zl4

einem Uebcrgange zu drohen, als Brückenkopf hätten dienenkönnen, niedcrreissen; das Kloster Göttwcich, 2000 Klafter vonMantern, in einer vortheilhastcn Stellung auf dem Wege nachSt. Pötten, wurde befestigt »nd zugleich znr Aufnahme von tau-send Kranken eingerichtet; das Kloster Molk, welches die Donaubeherrscht und den Paß, durch welchen die Straße nach Wienf chrt, sperrt, wurde gleichfalls in Vcrtheidigungsstand gesetzt;zweitausend Kranke und Magazine, nebst einer Bäckerei wurdendort untergebracht. Aus dem rechten Ufer der Enns, der Stadtgleichen Namens gegenüber, legten Genieoffiziere einen Brücken-kopf an, weicher ein doppeltes Kroncnwcrke, von 500 Klafter imUmfange bildete, ein starkes Profil hatte, und durch Batterien,die auf dein linken Ufer angebracht waren, eine Seitenvcrkheidi-gung erhielt. Napoleon befahl, noch eine Ncdoute mit 2 Kanonenoberhalb Mauthauscn auszuführen, damit dieser wichtige Punktund der Lauf der Donau beherrscht bleibe. Ein anderer Brücken-kopf, der aus abgesonderten Werken bestand, und daö Schloßsammt dem Markt Ebersbcrg umgab, deckte das lange Defilceder Traun; endlich hatte Napoleon auch noch zur Bewaffnungvon Linz dringende Befehle erlassen. Solchergestalt wurden dieHauptpunkte der Verwaltung und der Vertheidigung bis zurbayerischen Grenze hin sicher gestellt; in Bayern selbst Passau,Augsburg u. s. f. in Stand gesetzt und mit Borräthen aller Artversehen.

Um sich zu einem Hauptschlag immer mehr und besser vor-zubereiten, zog er seine Streikkräfte beständig näher zusammen.In den ersten Tagen des Juni hatte Vandamme mit den Wür-tembcrgcrn seine Stellung zwischen St. Polten und Wien ge-nommen; Bcrnadotte mit den Sachsen und der französ. DivisionDupas begab sich nach St. Polten; zu Linz löste ihn der Mar-schall Lcfebvre ab, der mit den Divisionen Kronprinz von Bayernund Wredc aus Tirol an der Donau eingetroffen war. Durchwenige einfache Märsche konnte so Napoleon eine sehr bedeutendeMacht, ein tüchtiges schlagfertiges Heer versammeln.

Dennoch war Napolcon's Lage immer noch schwierig, undum so mehr, da in Wien sich Mangel an LebenSbcdarf einzu-stellen anfing; die Bäcker hatten kein Brod mehr, und die Wienerversammelten sich vor ihren Thüren, so daß man genöthigt war,Wachen daselbst aufzustellen. Von nun an sah man Napoleon