^27
besetzt, und die vorliegenden Gräben mit Jägern vertheidigt.Dieses Aderklaa war wichtig für die franz. Armee, um die Flankedes Angriffes an den Rußbach zu stützen, und den Angriff aufWagram zu begünstigen; für die österreichische, um ihre Flanken-bewegungen zu verkürzen und zu decken, und beide Theile ihrerLinie zu versichern. Ehe Napoleon die Erhöhung am Nußbuche an-griff, mußte er vorerst durch die Wiedereinnähme von Aderklaaund durch die Verdrängung von Bellegarde die linke Flankesicher stellen, weil, wenn dieses nicht geschah, der rechte Flügeldes Erzherzogs auf diese Flanke und den Franzosen in den Rückenfallen konnte. Auf den grünenden Abhängen der Hügel vonStammersdorf erglänzten wohl die Bajonette des dritten undsechsten Armeecorps, die die Ebene herabzogen; aber Napoleon über-zeugte sich, daß er noch Zeit habe, seinen Angriff zur Sprengungdes feindlichen Mittels auszuführen. Er durchritt seine Linie imGalopp, die nur 4000 Klafter lang war; sein Blick haftete beiweitem mehr auf dem feindlichen Terrain, als auf seinen Truppen,denen er mit ausgestreckter Rechten die Höhen am Rußbache undnach und nach die Punkte alle zeigte, die sie nehmen sollten:Neusiedl, Baumersdorf, Aderklaa und vor allem Wagram, dasZiel und Unterpfand des Sieges. Die Armee empfing ihn mitbegeistertem Zuruf, und verlangte den Befehl zur Schlacht.Gegenüber von Aderklaa traf Napoleon den Marschall Massena,der eben mit 3 Infanteriedivisionen ankam. Die DivisionenLegrand, Carra-Saint-Cyr und Molitor, in Staffeln aufgestellt,bildeten, Aderklaa gegenüber, des Treffens äußersten linken Flü-gel , der sich hier etwas zurückbog. Napoleon verweilte auf der6—700 Klafter von Aderklaa gelegenen Erhöhung, wo bereitsvsterrcich. Kanonenkugeln aufschlugen, und befahl dann Massena,Aderklaa ungesäumt anzugreifen und zu nehmen, das mitten indieser weiten und nackten Ebene wie eine Burg erschien, an welchedie beiden Heere ihre Linie stützen wollten. Dann kehrte Napo-leon zu seinem Stiefsohn Eugen und zu General Oudinot zurück,um ihre Bewegungen zu leiten. Es war zwischen 6—7 UhrMorgens.
Inzwischen rückte das öfter. Grenadiercorps in Bataillons-maffen und in 2 Treffen über Gerasdorf auf Süßenbrunn vor.Lichtenstein's Reitercorps cotoyirte ihren Marsch, und hatte sichzur Unterstützung des ersten und dritten Corps getheilt.