Band 
[Zweiter und dritter Band.]
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durch Kartätschenfeuer die Vertheidiger in die Flammen zurück-treiben werde, wodurch er das Schicksal der unglücklichen Be-wohner und Vertheidiger zu verantworten habe, bewirkte nichtsals eine abschlägige Antwort. Erbittert über diese Hartnäckigkeit,befahl Korsos mit den Haubizen und den am Iohannisthor ge-lagerten Leuten aufzubrechen, nachdem er dem Obersten nochmalsbedeutet hatte, daß nicht dem Herzog, sondern seiner übelange-brachten Beharrlichkeit daS Ergreifen dieses furchtbaren Mittelszuzuschreiben sey. Da hierdurch Meyrone doch überzeugt wurde,daß es mit der Drohung wirklich Ernst, mithin seine Pflicht sey,das Verderben von den Kriegern sowohl als den Einwohnernder Stadt abzuwenden, da er überhaupt bis zum letzten Augen-blick seine Schuldigkeit gethan hatte, so willigte er in die Capi-tulation ein, und übergab sich mit der aus 400 Mann bestehendenBesatzung.

So endigte nach einem äußerst blutigen Kampfe vier UhrMorgens das Gefecht mit der gänzlichen Aufhebung des fünftenwestphäl. Regiments von 3 Bataillonen, indem nur einige Offi-ziere und wenige Mannschaft durch eine in's Feld führende, nichtbesetzte Pforte entkommen waren.

Der Verlust der Westphalen an Todten und Verwundetenmuß sich auf 1000 Mann belaufen haben; etwa 60 Offiziereund an 2000 Mann wurden zu Gefangenen gemacht. Nacheiner andern Nachricht lagen 300 Mann todt und verwundet inder Stadt, und 1400 Mann wurden gefangen genommen. Aberauch braunschweig'scher Seits war der Sieg theuer erkauft,indem mehrere der besten Offiziere und 300 Mann, der Kernder Infanterie, todt oder schwer verwundet waren.

Den Verlust an Mannschaft ersetzte der Herzog von Braun-schweig durch angeworbene Rekruten aus den Gefangenen, woruntersich hauptsächlich diejenigen Leute der kvnigl. deutschen Legion inenglischen Diensten befanden, die nach der Expedition nach Kop-penhagen durch Schiffbruch in holländische Gefangenschaft gera-then, in westphälische Dienste getreten und zum Stamm des 5.und 6. Infanterieregiments genommen worden waren. Am 30.Nachmittags brach das Corps wieder auf und marschirte nachHessen, die Arriergarde nebst den Gefangenen verließ erst amAbend Halberstadt und folgte dem Haupttrupp, eine Maßregel,