62
Braunschweig zu allmählig sich erhöht und demnach vortheilhaf-ter erscheint / so muß doch ein schwaches Corps eine zu langeLinie sormiren, um die einen Bogen machende Ocker zu erreichen,daher es dort, wenn der Flügel nicht angelehnt ist, leicht um-gangen werden kann. Von Oelpern aus lief die Fronte zwischendem durch Hecken und Gräben durchschnittenen Terrain fort,welches größtentheils mit einer Tirailleurlinie von den beidenanwesenden Bataillons besetzt war, hinter welcher am linkenFlügel der größte Theil der Reiterei postirt wurde, eine Esca-dron derselben aber zur Deckung der linken Flanke den Wegnach Hannover beobachtete. Zwei Geschütze kamen vor denrechten, die andern 2 aber vor den link en Flügel zu stehen; dieReserve war hinter Oelpern aufgestellt.
Nachdem diese Anstalten getroffen waren, begab sich derChef des Generalftabes, Korfes, nach der Stadt, um das Ab-brechen sämmtlicher Brücken, die am Petrithore ausgenommen,anzuordnen; ferner wurde die an der Eisenbuttler Mühle zurbessern Deckung der linken Flanke niedergerissen und die Ver-theidigung sämmtlicher Posten dem Bataillon Herzberg übertra-gen, welches eben von Wolfenbüttel her in die Stadt rückte.
Während dieser Zeit hatte sich auch der Herzog in die Stadtbegeben, indem ihm gesagt worden war, daß mehrere theils junge,theils arme Leute den Wunsch geäußert hätten, beim CorpsDienste zu nehmen, weßhalb er diejenigen aufrief, welche seinenFahnen folgen wollten.
Nachdem dieser Aufruf ergangen und den neuen Soldatender Ort angewiesen war, wo sie mit den von Halberstadt mit-genommenen Waffen streitbar gemacht werden sollten, um unterihrem Anführer, einem Offizier vom Stäbe, ihre militärischeLaufbahn mit einem Gefechte anzufangen, begab sich der Herzogwieder auf das zum Schlachtfeld bestimmte Terrain um Oelpernund kam eben daselbst an, als der Feind gegen das Dorf an-rückte, weßhalb er den Befehl gab, dasselbe zu verlassen, die Re-serve und die Besatzung des Dorfes aber in die auf und an denHöhen gelegenen Gärten hinter demselben postirte. Der Feindnahm sogleich Besitz von Oelpern und das Gefecht seinenAnfang.
Kaum waren indessen diese zweckwidrigen Anstalten getrof-fen, wodurch die rechte Flanke bei dem Mangel an Truppen