Band 
[Zweiter und dritter Band.]
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Division (Wrede) besetzte Linz, ein Theil derselben aber auchPassau. General Wrede selbst lag in München an seiner Wunde.

Gegen das, ohne Amnestie und Capitulation von Oesterreichblutiger Ahndung blosgestellte Tirol, machte Lefebvre folgendenAngriffsplan: die Hauptoperation sollte auf der Straße überStrub und Wörgl geschehen, die durch eine gleichzeitige Vor-rückung von Salzburg über Lueg, Werfen und durch das Ober-Pinzgau nach dem Zillerthal unterstützt werden sollte, um hier-durch die Verbindung mit Salzburg sicher zu stellen, währendwieder eine andere Colonne durch das Achenthal nach dem Jnn-thale vordrang; bei Nattenberg sollten sich alle Abtheilungenwieder mit ihm vereinigen. Die Division Deroi ging am 26.über Werfen nach St. Johann in Pinzgau vor, die DivisionenRouyer und Raglowich rückten auf der Straße von Neichenhallüber Loser, die beiden bapr. Corps der Obersten Arco und Obern-dorf, unter dem Oberbefehle des französ. Generals Montmarie,sollten durch das Achenthal nach Jennbach im Jnnthale ziehen.

Allein noch andere Truppencorps waren gegen Tirol be-stimmt. Das sogenannte Reservecorps unter General Beaumontmarschirte nach Schongau im Lechthale, von wo aus eine Abthei-lung desselben unter General Piccard von Kempten nach Jm-menstadt, eine zweite unter General Lacoste über Fuessen nachReutti, so wie eine dritte unter den Generalen Fromont undLagrange über Portenkirch gegen den Scharnitz-Paß sich in Marschsetzte. Der General Nusca erhielt die Weisung, über Ginüudin das Drauthal, und von dort gegen Sachsenburg und nachdem Pusterthale vorzudringen. Im Venetianischen sollte GeneralCastella mit allen verfügbaren Truppen über Belluno im Piave-thale gegen Boriina und Ampezzo, und General Perp von Ve-rona im Etschthale vorrücken. Gegen Vorarlberg rückten gleich-zeitig das württemb. Corps des Kronprinzen von Würtembergund eine Abtheilung badischer Truppen.

Bayerische Proklamationen riefen die Tiroler zur augen-blicklichen, unbedingten Unterwerfung auf; doch das Vertrauenauf die schönen Worte und Verheißungen war von vielen Un-glücklichen gewichen, und sie wollten selbst ohne die Oesterreicherdie Fortsetzung des Streites unternehmen; sollten sie auch unter-liegen, so wollten sie lieber wenigstens den Tod der Kriegersterben , als nach und nach von der Rache Einzelner zermalmt