Band 
[Zweiter und dritter Band.]
Seite
105
JPEG-Download
 

sammelte, und sie am 12. August in die Umgebungen von Ant-werpen führte. Scheu am 8. August hatte Rampen einen Berichtabgehen zu lassen gewagt, daß Antwerpen und die Flotte gesichertseyen.

König Ludwig von Holland, das Commando, als Connetabledes großen Reiches, einstweilen auch über die franz. Truppenübernehmend, wellte anfänglich die Offensive ergreifen und aufdie Engländer in Siid-Beveland losgehen. Diese Idee, die demalten Helden Rampon aus den Fcldzügen in Italien und imOrient sehr behagt hatte, gab der König aber bald wieder auf,da er anfangs seinen Eifer mehr, als seine Kräfte zu Rathegezogen hatte. Unter andern VertheidungSmaßregeln befahl er,dem Fort Lillo gegenüber in den Grund des Fahrwassers derScheide ein großes, mit Mauersteinen angefülltes Schiff zuversenken, wodurch, wenn es ausgeführt worden, der Hafenvon Antwerpen auf mehrere Jahre, selbst für Kauffahrteischiffeganz unzugänglich geworden wäre. Ludwig verlangte sogar,man solle die Truppen, die sich noch weiter in Paris versam-melten, fa selbst die Minister kommen lassen, indem er über dieGefahren klagte, denen sein Königreich ausgesetzt sey.

Napoleon empfing in Schönbruun zwischen dem 5. und 6.August die Nachricht von der englischen Landung. Im Augen-blicke, wo der Krieg in Deutschland stille stand, glaubte er, sieseyen nach Spanien bestimmt, jetzt aber erkannte er sogleich dieneuen Arbeiten, die ihm zu Folge dieser Landung zufallen wür-den, und er dachte daran, das Ungewitter zu beschwören. Seineerste Sorge war auf die Vertheidigung der franz. Departementsgerichtet. Er schickte sogleich den Marschall Bessieres nach Parisab, der am 18. August dort ankam, und aus den Rekruten derGarde, die er aus Straßburg zurückberief, eine für die Haupt-stadt erforderliche Reserve von 6000 Mann bilden sollte. DerSenator und Marschall Serrurier, Gouverneur der Invaliden,wurde zum Befehlshaber der Pariser Nationalgarde ernannt;obgleich unzufrieden mit Bernadotte, ließ Napoleon ihm doch dasCommando der Nordarmee. Der General d'Hastzel wurde ihmals Chef des Generalstabes zugesendet. Der Marschall Kellermannsollte den Befehl des Landes zwischen der Maas und dem Rheinübernehmen, und zu Wesel ein bedeutendes Rescrvecorps, derMarschall Moncey ein anderes zu Alle bilden; der Senator«