132
gelegene Eisackbrücke. Obgleich die Einwohner äußerlich guteGesinnungen zeigten, so wurde doch von Zeit zu Zeit ein Ver-schwinden von Bewaffneten nach den Gebirgen hin wahrge-nommen.
Die Division Nouyer hielt am 3. Aug. in und bei SterzingRasttag. Da sie an dem andern Tage nach Briren aufbrechensollte, so wurde ein Detaschement von 60 Mann Sachsen mitden Lieutenants v. Crayen und v. Hönning, und 40 bayr. Ehe-vaurlcgers mit 1 Offizier zur Recognoszirung der dorthin füh-renden , fast unbezwingbaren Dcfilecn, und zur Erforschung derGesinnung der Tiroler abgesendet. Dieses Commando war un-gehindert über 2H 2 Stunden und zwar bis hinter Mauls vor-gerückt, hier aber plötzlich auf die Piguets der gegen 500 Mannstarken Schaar Haspinger's stieß, die sogleich angegriffen, mitVerlust von 2 Verwundeten zurückgetrieben und eine Strecke weitverfolgt wurde. Aber auf einmal eröffneten die hinter Felsenund im dicken Walde postirteu Tiroler auf das, auf der Land-straße vordringende Detaschement ein lebhaftes Feuer, wodurchjedoch nur ein Trompeter getödtet wurde. Als so das letztereseinen Auftrag hinlänglich vollzogen zu haben glaubte, zog eSsich hierauf ungehindert bis an Mauls, dessen Einwohner aufdem Hinmärsche noch anwesend gewesen waren, unterdessen aberden Ort verlassen und die Passage mit Wagen und Gerätheversperrt hatten, und nach Wegräumung dieser Hindernisse indas Lager bei Sterzing zurück. Am Abende dieses TageS, alseben ein gelinder Regen gefallen war, setzten die Tiroler durchOeffnung der zum Behuf der Wiesenbewässerung an dem Eisack-fluß angebrachten Schleusten das auf den Sterzingcr MooSwiesenbefindliche Lager des Regiments der Herzoge von Sachsen so»«vermuthet und schnell unter Wasser, daß die Mannschaftmit Sack und Pack auf das schleunigste auf die einige Ellenhöher gelegene Chaussee rücken und sich daselbst lagern mußte,während das Wasser nach und nach so bedeutend stieg, daß esfast die Höhe derselben erreichte.
Der bayr. Oberst Wittgenstein besetzte mit 1 Reiterregimentund 1 Bataillon den Brenner, und General Rouyer brach am4. August am frühesten Morgen von Sterzing, wo die gothaischeFüseliercompagnie des Oberlicutenant Schulthes zur Verbindungmit den auf dem Brenner stehende» Bayern als Besatzung zurück-