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Innsbruck; zu der Menge Ober-Jnnthaler, wehrhafte, versuchteMänner, bartlose Jünglinge, durch die Glorie dieser Tage wie-der jung gewordene Greise, ja selbst Weiber, kamen die Schna-rrn, die rühmlich bei Mauls, Sterzing, Prutz gefochten hatten,unter ihren Führern Hofer, Spcckbacher, Joachim Haspinger,Wörndle, Kemmater und vielen Andern. Stolz standen sie imAngesichte der Hauptstadt Innsbruck, auf beiden Jnnufern, am12. August, in eben den Stellungen der schonen, ruhmvollenTage des 11. und 12. Aprils und 25. und 29. Mai 1809,muthig, voll Zuversicht und Glauben für die kommende Schlacht.Spcckbacher und der Kapuziner Haspinger boten alles auf, auchdas untere Jnnthal von Neuem zu empören.
Lefebvre, nachdem er die an Zahl geschmolzenen und durchfürchterliche Anstrengungen erschöpften baper. Truppen um sichgeschaart, erschien als das lebendigste Bild des Ucberdrusses, dasdie ganze Truppe niederschlagen konnte. Ihm war die allge-meine Gährung des Landes offenkundig, auch daß die Tirolerdie Verbindungen der Bayern längs dem Jnn unterbrochen, daßdurch Besetzung der Berge zwischen Volders und Schwatz undweiter alle Zufuhren nach Innsbruck abgeschnitten waren, undReisende und Eilboten aufgefangen wurden. So wurde der nachMünchen abgesendete bayr. Oberlieutcnant v. Völderndorff in derNähe von Volders gefangen.
Lefebvre machte kein Geheimniß daraus, daß er in vollemErnste daran denke, Tirol wieder zu räumen, indem er die Ver-wundeten und Krankest nach Hall führen und sie daselbst aufSchiffen nach Bayern bringen ließ; Graf Arco erhielt den Befehl,mit seinem Corps nach Schwatz zu gehen, um dort die Verbin-dung mit Hall und Volders, wo General Nouyer und OberstOberndorf standen, und mit Rattenberg zu unterhalten, wo derMajor von Taufkirchen kommandirte. Arco brach wirklich den12. August Abends 9 Uhr von der Wildau auf.
Von den niedrigsten Waldkuppen bis auf die höchstenBerge sah man nun alles mit Tirolern bedeckt. Wiederum ver-liefen sich viele aus ihnen, theils aus Verdruß, daß sie den 12.stille lagen, theils aus Mangel an Proviant, theils aus Ueber-druß des ewigen Verfolgens, theils weil für ihren Heerd dieGefahr vorüber war. Speckbacher rannte den ganzen Tag um-her, um den Abgang aus den nächsten Umgebungen zu ersetzen.
Schneidawind/ III. Bd. 11