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Unterdessen war anch Kroncgg nicht mehr im Stande ge-wesen, auf geradem Wege »ach Melek zu komme». Er sah vonden Insurgenten schon das, nahe bei dem Ort gelegene Posthaus,desgleichen den sogenannten Steinpaß stark besetzt, und bcnütztedeshalb eine Brücke, die hinter Unken über die Saalach führte,um zum rechten Ufer und in die dortigen Berge zu gehen.
In Melek selbst hielt sich der Oberst Ströhl mit der erstenGrenadier-Compagnie des ersten Regiments unerschüttert, als erangegriffen wurde. Bon dem Posten von Wegscheid hatte ihmOberlieutenant Erbclding eine Verstärkung von 60 Mann vom2. Infanterie-Regimente zugeführt. Kaum hatte er diese mitsich vereint, als Tausende von Aufständern mit 2 Kanonen aufder Straße von Unken gegen ihn anrückten, während ihrer Hun-dert rechts den Meleker Paß bestürmten. Ströhl wollte nichtweichen, bis er glauben konnte, Kronegg werde sich bei Schna-zelraith hinter Melek mit den Trümmern seines Bataillons ge-sammelt haben. Die Tiroler aber, ihrer Uebermacht gewiß,wollten diesen Punkt um jeden Preis in kürzester Zeit erringen.Mehrere Male warf das Bajonett die Wüthenden zurück. Schonwar der heldenmüthige Ströhl ganz erschöpft, schon glaubte erdas Opfer seiner Pflicht werden zu müssen, als ihm unter Haupt-mann Carl v. Schmidt eine frische Compagnie des 2. Infantcrie-NegimentS zugeführt wurde, worauf er den Kampf beinahe nocheine Stunde fortführte, bis er erfuhr, das Bataillon unter Kron-negg habe, nach Ueberwindung der größten Hindernisse im Ge-birge, den Uebergang an das linke Saalachufer gemacht, den Bo-denbühl erreicht und wirklich besetzt. Nun erst und weil seineMannschaft, mit Ausnahme der Compagnie des HauptmannSchmidt, alle Patronen verschossen hatte, dachte Ströhl an denRückzug nach Reichenhall; denn nach diesem Orte, welcher nurschwach besetzt war, drängten alle Bewegungen der Aufstands-maffen. In fester Ordnung, langsam, unter immerwährendemBüchsen- und Geschützfeuer der Tiroler, welches nicht einmal ge-stattete, die Verwundeten mitzunehmen, wurde der Rückzug bisWegscheid fortgesetzt. Ströhl gedachte diesen Punkt noch durchden Hauptmann Schmidt behaupten zu lassen, da aber die Tiro-ler das Gebirge um Neichenhall bereits zu besetzen anfingen,zog er mit gcsammter Mannschaft in eine Stellung bei Neichen-hall zurück.