jenseitigen Jnnufer. Die Linie der Tiroler erstreckte sich von densogenannten Ellenbogen bis zum Berg Jsel und von diesem biszur Gallhütte und Gallwiese. Ihre Hoffnung war auf die Ver-theidigung des Jsel gesetzt, wo sie sich eingegraben und verschanzthatten, indem zurückgebliebene öfter. Soldaten ihre wenigen Ka-nonen bedienten. Das Geplänkel an den Ellenbogen, sowie ander Kothlake hörte fast nie auf. Die Soldaten belustigte dasLu-Lu der Tiroler, welches sie unaufhörlich von den Bergenherabschrieen um so mehr, da es meistens nur bei diesem Lu-Lnblieb, indem sie nicht wagten, in's Thal zu kommen und anzu-greifen, besonders auS Furcht vor der bayr. Reiterei. So sahdie Division Wrede in ihrer Aufstellung ringsum Insurgenten,deren Feuer bei Nachtszeiten einen herrlichen Anblick gewährten.
General Wrede rccognoszirte indessen die Stadt und Stel-lung Iunsbruck mit einer starken Infanterie- und Reiterabthei-lung, an deren Spitze der General Becker's war. Rasch stürm-ten die Schützen des 6. und 7. Infanterie-Regiments über dieabgebrochene Brücke in der Mühlau vorwärts, trieben die Schwärmeder Insurgenten nach kurzem Streite in die Stadt hinein undwieder hinaus, bis zum Berg Jsel, wo die Stellung der Tirolererkannt wurde. Ueber die hergestellte Jnnbrücke folgte Beckersmit den Truppen, besetzte die Stadt vorläufig mit 1 AbtheilungChevaurlegers des damaligen 2. Regiments (nun 4.) und derhalben Batterie Caspers, ließ die Mitglieder der von Hofer con-stituirten General-Landes-Administration verhaften, nach Hallabführen, ihre Papiere in Beschlag nehmen und befreite bei die-ser Gelegenheit mehrere bayr. Gefangene in Innsbruck 2 ); dannbesetzte er die Brücke und die Eingänge der Stadt mit starkenPosten und ging mit der übrigen Truppe in die Kothlake (Koth-lache) zurück.
Am 29. Oktober wurde der Friede zwischen Frankreich und
1) Dieses Lu-Lu sollte eine Anspielung auf die bayr. Schweineund also eine Beschimpfung seyn.
2) Völderndorff gibt an, daß 98 gefangene Bayern b efreit wor-den wären, unter ihnen Völderndorff selbst und die OfstzterePfetten, Winter, Wiischang, Muck und Hirsch. Sie warenmenschlich von den Tirolern behandelt worden- (2. Theil/S. ö87 ).