Oesterreich geschlossen und von den Bayern in Innsbruck feier-lichst kund gemacht, der Kronprinz Ludwig selbst kam in dieStadt. Andreas Hofer hatte sein Hauptquartier nach Steinachverlegt, wiewohl er unter Tags meistens auf dem Schönberge war.
In den letzten Tagen des Septembers hatte Hofer ein Bandenger und fester geknüpft, was ihn aber mit wackern, gutgesinn-ten und wohlmeinenden Commandanten veruneinigte, die Schuldvieles unnützen Blutvergießens und zuletzt auch seines Todeswurde.
Mit Hintansetzung manches ältern und würdigeren Vertrautengab sich nämlich der Sandwirth dem Priester Joseph Donay vonSchlandcrs hin, einer ehrsüchtigen, eitlen, verworfenen Seele,mit der eigenen Gabe, immer lieber den krummen, als den ge-raden Weg zu gehen, auch wo es ihm keinen Nutzen brachte niedie Wahrheit zu sprechen, die einfachsten Gewebe zu verwirren,und alles an einander zu hetzen; dabei gebrach es ihm keines-wegs an Lebhaftigkeit, Muth und Gewandtheit. Der Kapuzinerzog bei Hofer gegen ihn den Kürzern. Dieser Rothbart warkühner, roher, beharrlicher, viel kürzer angebunden als Donay,der es verstand, schwache Seiten oder schwache Augenblicke zucrlauern und zu schmeicheln. Eines Seilers Sohn, wollte erKapuziner werden, dann wurde er Soldat, studirte hierauf wiederzu JnnSbruck und Meran; Dicbstahls wegen verweigerte ihmsein Diöcesan, der Fürstbischof von Chur, die Weihe, worauf ersich zu Roin ordiniren ließ.
Hormayr hatte diesen Menschen schon durch die Hauptleutevon Schlandcrs, Frischmann, Gelmo und Wellezahn kennen ler-nen. Wie er den Sandwirth immerdar sehr auszeichnete, machteer ihm nach der Conferenz zu Botzen, am 2. Juli, noch einenAbschiedsbesuch in Eisensteckens Wirthshaus, im Bade außer derTalferbrücke, und fand bei ihm den berüchtigten Garbini vonSchio und diesen Donay. Er erschrack und sprach zu Hofer, wiegewöhnlich halb scherzend in gemeiner tiroler Mundart, derensämmtliche Dialekte ihm geläufig waren: „Ändert, Ändert, heuttreffe ich dich in einer saubern Gesellschaft. Was hast du mit demverfluchten Pfaffen? Wenn ein Ungeweihter und ein GeweihterSpitzbuben sind, so ist der Geweihte allezeit der Aergere!" Auchin der Epoche der Irrungen über den Waffenstillstand kam Do-nay, aber nur auf einige Stunden nach Lienz. Hofer sagte