Band 
[Zweiter und dritter Band.]
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damals ;u Hormayr, welcher dem Sandwirth die Gefahr seinerPerson vorstellte: „er verlasse sich halt auf die Mutter Gottes,auf seine Leibwache und auf eine gewisse Höhle in Passiver,"worauf Hormayr entgcgncte: „Aber Ander!! Ändert! wo denkstdu denn hin V Mit der Höhle kommst du mir just so vor, wiedie Kinder, die, wenn sie sich ein Tuch über den Kopf werfen,die größte Freude darüber haben, daß nun auch Niemand siesehen kann! Die Mutter Gottes hilft Niemanden, der sich selbstverlaßt, und die Leibwache, die ich setzt bei dir sehe, wird— wenn du kein Geld mehr hast und dir einen eigenen Willenerlaubst, die allererste seyn, die dich dem Feinde überliefert!" Derbiedere, leichtgläubige, hier aber zu seinem Nachtheil ungläubigeMann lächelte damals über diese Warnung, aber dieses ungläu-bige Lächeln brachte ihm ein blutiges Ende.

Während Drouet das nördliche Tirol angegriffen und Inns-bruck selbst in einem Handstreich genommen hatte, aber immerdabei hoffte, die Tiroler zu ihrer Pflicht, ohne ferneres Blutver-gießen , zurückzubringen, waren die italien. und franz. Truppender Generale Baraguay d'Hilliers, Severoli, Nusca, Mal u. a.m. beauftragt, das südliche Tirol zu entwaffnen. Die Oberleitunghatte der Prinz Eugen, Vicekönig von Italien, dem die Pazifi-cativn aufgetragen war.

Der Wiener-Frieden des 14. Oktobers hatte Tirols Schick-sal entschieden; Vergessenheit des Vergangenen sollte den Auf-ständern werden, wenn sie das Land den Anordnungen des Vice-königs ohne Widerstand öffnen würden, deßhalb forderte sieEugen von Villach aus am 25. Oktober zur Unterwerfungalso auf:

„An die Völker Tirols!

„Tiroler! der Friede ist zwischen seiner Majestät dem Kaiserder Franzosen, König von Italien, Protectvr des rheinischenBundes, meinem erhabenen Vater und Monarchen und seinerMajestät dem Kaiser von Oesterreich geschlossen worden.

„Friede herrscht also überall rings um euch. Ihr seyd dieEinzigen, welche noch nicht die Wohlthaten desselben genießen.

„Durch feindliche Eingebungen verführt, habt ihr gegen eureGesetze die Waffen ergriffen, dieselben umgestürzt. Die traurigenFolgen eures Aufruhrs sind euch zu Theil geworden. DerSchrecken herrscht in euren Städten, die Unthätigkcit und das

Schneidawind/ III. Bd. 15