Band 
[Zweiter und dritter Band.]
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eigentlich Niemanden gehorchen zu dürfen. Die Freunde derVereinigung mit dem italienischen Königreiche zählten keinen ge-ringen Anhang. Die bayerische Regierung hatte eigentlich nurunter Beamten, jedoch mit Ausnahme, eine an Zahl unbedeu-tende, aber desto lebhaftere Partei. Der österreichisch Gesinntenzählte man zwar nicht wenige, allein sie begnügten sich auch mitdem Wunsche im Herzen, und galten im Grunde eben so wenigdafür als dawider.

Nur der über alle Erwartung glückliche Anfang der Jnsur-rection der deutschen Tnoler und des Fcldzuges von ErzherzogJohann in Italien, gab den wclschtiroler Gebirgsbewohnern an-fangs einen elektrischen Schlag, der aber bei weitem nicht hin-reichte, sie zu selbstständigen Vertheidigern der angenommenenSache zu- machen. Sie blieben immer nur an das Militär an-gelehnt, und würden ohne diesen Stützpunkt nie das Mindestefür sich selbst, oder auf offenem Felde, wie der deutsche Bauer,unternommen haben. In der Folge erkaltete auch dieser Eifer,und twurde nur durch die Unterstützung der deutschen Bauernnoch so weit forterhalten, daß er nicht schon nach den Tagendes Mai's und des Abziehens der Ocsterreicher erlosch.

Hat aber der Kampf Süd-Tirols seinen Joseph Campi,Dalponte, Casimir von Bosio, sogar seine Joscphine Negrelli(aus Primiero) erzeugt; so hatte es dieses Land leider! seinenMalanotti, Gesetzlosigkeits-Prediger unter der Firma eines Pa-trioten, seinen Garbini aus Schio, einen berüchtigten Meuchel-mörder , von guter Herkunft und vielem Vermögen. Glühte inPrimiero alles von militärischem Sinn und hoher Begeisterung,so protestirten Noveredo und einige Gerichtsbezirke im Tridenti-nrschen gegen die Miliz-Organisirung. Während die Fleimser undNeumarkter unter dem Scario Delugan eine gute Mannszuchthielten, mußte selbst Hormayr unter den Welsch-Tiroler-Com-pagnien diese als selten bezeichnen; ja einige Compagnien warenzu Räuberbanden, im eigenen Lande, heruntergesunken, wcßhalbHofer sogar eine Entwaffnung derselben am 26. Juni 1809verfügen mußte.

Zu den Uebeln der damaligen Zeit für die Sache der Jn-surrection gehörten auch im welschen Tirol der Mangel an Ein-tracht, ja sogar die gegenseitige Abneigung, die zwischen Städtenund Flecken als ein Bruchstück des alten Eisersuchts- und Fehde-