Band 
[Zweiter und dritter Band.]
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Wirklich erschienen sie, in eben dem Momente, als OberstNoy am 10. Nov. Morgens 10 Uhr kaum mit seinen 1000 Mannausgerückt war, mit starken Haufen von Ober- und Unter-Mayergegen die Mcraner Brücke. Von anderen ihrer Haufen sah derOberst zugleich schon die, das Schloß Tirol umgebenden Höhenbesetzt und das dort stehende Bataillon Neapolitaner vertrieben.Er liest den Major Bougault sogleich mit einer Reserve von 050Mann bei dem auf der Straße liegenden Schlosse zurück, undzog mit dem Großtheil seiner Mannschaft zum Angriff vorwärts.Während dessen waren auch vom Vintschgau herunter, bei Stei-nach und Algund, Aufstandsmasscn angekommen, denen Ruseaselbst mit dem Ueberrestc seiner Avantgarde von Meran aus ent-gegciimarschirte. Hier entspann sich hartnäckiger Kampf, bis dieMassen, besonders durch die Wirkung des groben Geschützes undder Reiterei des Generals erschüttert, zur Flucht gebracht und inden Vintschgau zurückgeworfen wurden. Vorzüglich viel verlorendiejenigen Aufständer, welche, durch den Obersten Noy vomSchlosse Tirol vertrieben, auf diese Weise zwischen zwei Feuergeriethcn.

Schon war Rusea wieder gegen Meran zurückgekehrt, alsOberst Roy sich gezwungen sah, abermals um den Besitz derHöhen des Schlosses Tirol zu streiten. Major Bougault sandteihm indessen Unterstützung, wodurch sich der Oberst auf denHöhen erhielt. Unterdessen hatten Tiroler Haufen von einer an-dern Seite den Versuch gemacht, über die Maslingcr Brücke inMeran einzudringen. Allein General Bertoletti ging ihnen raschentgegen und schlug sie nach einem zweistündigen Gefechte ab,sowie, als sie bald nachher von Ober- und Unter-Mayer herabgegen die Brücke über den Passeycrfluß kamen. Doch immerneue Streitmasscn der Tiroler wälzten sich zur Unterstützungder Ihrigen heran. Oberst Noy sah seinen linken Flügel wiederaus der bisher behaupteten Stellung verdrängt. Zwar, als ihmBougault abermalige Verstärkung sendete, stellte er nicht nur das«Gefecht wieder zu seinem Vortheile her, sondern raubte dem Feindeauch die Verbindung mit Steinach; doch überzeugte er sich, daßes ihm in der Folge unmöglich seyn würde, sich auf den einge-nommenen Bergen zu behaupten. Er wollte nur die Nacht ab-warten , um sich auf der Bergfläche des Schlosses Tirol ohneUnordnung zusammenziehen zu können. Zum Unglück jedoch