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Baraguay d'HillicrS war von dem sehr richtigen Gefühlegeleitet, daß er durch Milde und augenblickliche Nachgiebigkeitweit früher und gewisser zum Ziele kommen werde, als durchSchrecken. Er nahm an, der umgekommene Peter Thalguter seyder Urheber der letzten Unruhen gewesen, und mit der Erklä-rung: „dieser habe seine Strafe empfangen, weiter wolle ernichts wissen," kam er am 24. Nov. selbst nach Meran, und schickteden dortigen Kapuziner Guardian nach Passeyer, um den Sand-wirth Hofer und seinen Freund, den sogenannten Strobelwirth,Johann Holzknecht, auf sein Ehrenwort zu sich zu laden. Er hätteHofern gerne gerettet, dessen tragischen Ausgang er voraussah.Seine Gemahlin, eine Deutsche, hatte vielen Einfluß auf daSGemüth dieses rechtlichen, uneigennützigen, ernsten Mannes.Hofer indessen traute nicht, obwohl er versprach, Holzknecht nach-zukommen. Dieser ging zum franz. General, und wies Baraguayd'Hilliers die ehrenhaftesten Zeugnisse der französischen, italieni-schen und bayerischen Kriegsgefangenen über ihre Pflege, überdie gute Behandlung der Verwundeten vor. Der franz. Generalnahm ihn gut auf, zog ihn zur Tafel und gab ihm Sauvegardenfür sich und für Hofer mit nach Passeyer. Des VicekönigsReisepaß nach Oesterreich hatte Hofer verschmäht, nun forderteer drei Tage Bedenkzeit die dargebotenen Sauvegarden anzuneh-men, obwohl der Vulkan in seiner eigenen Heimath, im PasseyerThal, ausgebrannt hatte; denn der Divisionsgeneral Barboubreitete sich vom Dezember an in dem Passeyer Thale aus, undentwaffnete daselbst diejenigen, welche noch Waffen trugen. Ho-fers ehemaliges Factotum, Donay selbst, besorgte die Pazificationvom Vintschgau. Kraft der abgeschlossenen Kapitulation wurdenalle Gefangene, alle Gewehre abgegeben, Lebensmittel nach Botzenabgeliefert, aber keine Franzosen durften aufwärts Meran ziehen,noch einquartiert werden.
Hsfer'n hatten indessen auch noch seine letzten Umgebungenverlassen. Der Kapuziner Haspinger flüchtete in's Münsterthalnach Graubündten, später nach Oesterreich; Mahrberger undFirler waren schon früher zu neuem Kampf ausgezogen; Nup-pert Markeiistein, ein ausgesprungener Theolog aus Dillingen,unverschämt genug, dem Sandwirth Messe zu lesen, als wäre erPriester, dessen Siegel zu gebrauchen, dessen Handschrift nachzu-