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Präsident war der Divisionsgeneral Bissen, der am 13. April1809 durch die empörten Tiroler bei Innsbruck oder Wiltaugefangen genommen worden war. Der Sitz des Kriegsgerichtswar im Palazzo d'Arco. Hofers Vertheidigung führte Vaseva,ein junger talentvoller Advokat von israelitischer Herkunft.
Die Militär-Commission verurtheilte den Sandwirth zumTode, weil er nach der Proklamation deS Vicekönigs ferner dieWaffen ergriffen habe. Zudem war sein neuer Aufruf zu denWaffen vom 15. November 1809 gerechte Ursache im Sinne desKriegsgerichts für seine Hinrichtung.
So wenig Hofer das Todeswort des Kriegsgerichts erwar-tet hatte, so hörte er doch dieses Urtheil völlig gelassen und mitreligiöser Resignation an. — Mit Hoffnung für sich hatte ertröstend auS Mantua an seine Familie noch geschrieben.
Während seiner ganzen Haft war er keineswegs von denFranzosen wie ein gemeiner Verbrecher, sondern wie ein Staats-gefangener von Rang behandelt worden. Auch jetzt, auf seineBitte um einen geistlichen Beistand, sandte man ihm nicht denersten besten Priester, sondern den infulirten Probst und Erz-priester von St. Barbara, Johann Jakob Manifeste In seinemArchiv für Geographie, Historie u. s. w. gab Hormayr denOriginalbrief dieses würdigen Priesters über Hofers Tod, woriner sagt: „Er sey von der Miltär-Spczialcommission angegangenworden, ihm beizustehen. Obgleich noch sehr angegriffen voneiner Krankheit, die ihn erst vor wenigen Tagen verlassen, habeer sich gleichwohl jenem Austrage bereitwillig unterzogen, undhabe dabei sein Gemüth mit Trost und Bewunderung erfüllt,indem, er einen Mann gefunden habe, der wie ein wahrer christ-licher Held den Todesweg betreten und wie ein unerschrockenerMärtyrer ihn gelitten habe." — Probst Manifesti verließ ihnnun nicht mehr bis zur Stunde seiner Hinrichtung. Hofer gabihm mehrere wichtige Aufträge an seine Familie, die der edlePriester mit ruhmwürdiger Unerschrockenheit besorgte.
Viele gefangene und verhaftete Tiroler waren theils in denKasematten von Mantua eingesperrt, theils gingen sie frei her-um. Hofer wünschte sie zu versammeln und letzte Worte zuihnen zu reden, was ihm jedoch abgeschlagen wurde.
Am 20. Februar Schlag 11 Uhr vor Mittag ertönte derGeneralmarsch. ES rüstete sich ein Grenadier-Bataillon, die
Schneidawind, lll. Bd. 19