Erster Abschnitt.
Die Geschichte der Vergrößerung Frankreichs.
<^ie Geschichte der Vergrößerung und der Gränzen der Staa-ten ist das Resultat der Friedensschlüsse und Erbverträge.Die ersteren, herbeigeführt durch die Entscheidung der Waffenund des Kriegsglücks, sind dem Wechsel der Zeit, wie dieseselbst unterworfen. — Die natürlichen Gränzen begründensich auf örtliche Festsetzungen, ohne Einfluß des augenblickli-chen Besitzes bleiben sie auf ihrem alten Standpunkte, unbe-kümmert, ob die Diplomatik die politischen über sie hinausdehnte, oder hinter sie zurück weist. — Die «ManischenGränzen bezeichnen jene Punkte, welche die einzelnen Staatenzu ihrer Sicherheit nach den Grundsätzen der Strategie oderder Berücksichtigung der Terraingestaltung für nöthig fandenaufzustellen, und auf diese Weise dem angreifenden Theileden Weg des Kampfes vorzuschreiben. Frankreich war seitJahrhunderten vorzüglich darauf bedacht, seine Gränzen zuverwahren und zu befestigen. Außer den vielen Festungen,welche mit ungeheuern Kosten längs derselben erbauet sind,suchte es durch meilenlange in Verbindung stehende Verschan-zungen, unter dem Namen Linien bekannt, dem Vordringenseiner Feinde Schranken zu setzen. Erst unter Napoleon sinddie politischen Gränzen über die natürlichen hinaus gedehntworden, während sie selbst in Ludwigs XIV vom Waffen-