14 Erste Abtheilung. Erster Abschnitt.
glück begünstigtem Zeitalter, nur teilweise dahin reichten.Die Pyrenäen, welche die Natur zur Scheidewand angewie-sen zu haben scheint, sind erst zur politischen Gränze gewor-den, seitdem die diesseits gelegenen Provinzen Bearn, Foixund Roussillon durch Erbschaft und Friedensvertrage den fran-zösischen Staaten einverleibt wurden; seit jener Zeit ist beidenStaaten keine Veränderung wünschenswerth gewesen. DieGeschichte der Festsetzung und Veränderung der Gränzen Frank-reichs beginnt erst, nachdem die vielen einzelnen Fürsten undVasallen zu einem mächtigen und monarchischen Ganzen ver-bunden sind. Durch diese Vereinigung hat sich eine unge-heure Masse von Staatskrästen zu einem der mächtigsten euro-päischen Militairstaaten geformt.
In den Adern der Merovinger, deren Ahnherrn Phara-mundus und Clodowig die französische Monarchie im fünftenJahrhunderte stifteten, floß nicht das Heldenblut Cäsars oderAlexanders; sie sahen sich von ihren eigenen Hofleuten, denCarolingcrn, verdrängt, die eben so wenig wie sie, jene Ver-einigung zu bewirken im Stande waren. Als ihr Stammerlosch, lag die Macht Frankreichs noch zersplittert unter diemächtigen Vasallen vertheilt. — Hugo, Graf von Paris,der erste Capetinger, welchen die Stände dem Stamme Karldes Großen vorgezogen hatten, besaß eigenthümlich nur dieLandschaften in der Mitte des Reichs, welche in unsern Ta-gen acht Departements ausmachen (Departement Seine undDise, Oise, Somme, Aisne, Seine und Marne, Loirer,Nievre, Allier). Unter seinem Sohn Robert, und seinemEnkel Heinrich I, welcher mit einer russischen Prinzessin ver-mahlt war, blieb das Reich »»vergrößert. Erst Philipp I(der vierte Monarch aus diesem Stamme) erkaufte von demGrafen von Burgos die Herrschaft Berry und vermehrte da-durch den Flächenraum seiner Staaten um 240 Q.M. (1087)(Dep. Jndre und Eher). Die darauf folgenden Monar-chen Ludwig der Dicke und Ludwig der Junge hatten ihreKräfte, theils in den Kreuzzügcn, theils in den Kriegen mitihren Vasallen geschwächt, ohne ihr Reich zu vergrößern;