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Frankreich als Militairstaat unter Ludwig XVIII zehn Jahre nach dem Pariser Frieden / von Leopold von Zedlitz
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Geschichte der Vergrößerung Frankreichs. 19

nachmaliger Prinz Condä, der hellleuchtende Stern in derKriegsgeschichte Frankreichs, verbanden sich redlich, um daßder innere Zwiespalt nicht die Kräfte des Staates zu aus-wärtigen Unternehmungen lahmte, und die auf das Heer ver-wendeten Summen nicht fruchtlos dem Volke aufgelegte Lastenverblieben. Der Friede von Münster (1648) führte schonglänzende Resultate ihrer Thätigkeit herbei. Der Elsaß undder Sundgau (Ferrete, Altkirch, Tan und Befort), ein Theilvom Departement Oberrhcin sielen durch ihn der Krone zu,auch zu dem unbestrittenen Besitz der festen Platze Metz, Ver-dun und Toul gelangte sie durch denselben. Vierzehn Jahralt, bestieg Ludwig XlV (7. Juni 1651) den Thron seinerBaker, und nun begann in Hinsicht der Vergrößerungen daswichtigste Zeitalter Frankreichs, viel wichtiger für die Gränzendieses Reichs, als das des Napoleon, dessen Eroberungen nachkinem Decennium seiner Regierung wieder verloren gingen.In den ersten Jahren brachte Ludwig die schon früher besesseneGrafschaft Roussillon (Des. der Ost-Pyrenäen) und Artvis (einTheil des Dep. Pas de Calais) an die Krone, auch siel ihm schon einTheil von Flandern zu (Cambresis zum Dcp.du Nord gehörig).Durch den Erwerb dieser letztem Provinzen kam Ludwig in denBesitz vieler großen, durch die Kunst geschaffenen Bollwerke,welche die Kriege, seitdem in jenen Provinzen geführt, zu einerReihe von Belagerungen machten, die nur hin und wieder vonSchlachten unterbrochen wurden, herbeigeführt durch die Ver-suche ihre Bcrcnnung zu begünstigen, oder ihnen zu Hülfe zueilen. Jene Landstriche, in welchen nachmals die Kunst Vaubansund später Follards zehnfache Verschanzungen auswarf, die'Li-nien genannt wurden. Ein neuer kühner Angriff aus die Nieder-lande führte einen Kampf herbei, welchen der Friede von Aachen(1668) beendigte, in dem Frankreich eilf eroberte Festungen alsEigenthum zufielen. Vier Jahre später trat Ludwig verbundenmit England von neuem auf den Kampfplatz; durch den Friedenvon Westmünster, welchen diese Macht separat schloß, verlorFrankreich diesen Verbündeten, eben so verließen es auch seinegeistlichen Kampfgenossen, die Bischöfe von Münster und Cölln,