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Frankreich als Militairstaat unter Ludwig XVIII zehn Jahre nach dem Pariser Frieden / von Leopold von Zedlitz
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40 Erste Abtheilung. Zweiter Abschnitt.

Einer ihrer Arme kömmt unter dem Namen, die Colme, inden Bezirk von Dünkirchen und speist den Kanal dieser Stadt.Der Gränzfluß die Lis durchschneidet den schmalsten Theil desDepartements und marquirt sodann die Gränze; sie hat sehrniedrige Ufer. 3000 Lieues oberhalb Deulemont führt die soge-nannte rothe Brücke über sie, nachdem sie vorher die von Liliekommende Deule aufgenommen hat; ihre größte Breite be-tragt 96 Fuß. Alle diese Ströme und die zu ihren Gebietengehörenden Bache, treiben 277 Getreide-, 320 Del- und 4Papiermühlen in dem Departement des Nordens.

Die Einwohner, meistens Wallonen, stehen in dem Ruf,gute Soldaten zu seyn, und den Handel und die Industriezu lieben. Sie sind, einige tausend Protestanten und 500Quäcker ausgenommen, alle Bekenner des römisch katholischenGlaubens. Der zum Erzbisthum von Paris gehörige Weih-bischof von Cambray ist ihr geistliches Oberhaupt. Die 60Haupt- und 624 Filialkirchen des Departements gehören inseinen Sprengel. Die Protestanten haben zu Lille, Valin-court und zu Quievi Kirchen, und stehen unter dem Consi-storio zu Metz. In Justizsachen ist der königl. Gerichtshofzu Douay ihre Behörde, und die Präfectur befindet sich zuLille. Sie bestehet aus dem Prafecten (Graf Murat), sechsRäthen und einem Eeneralsecretair, und außerdem gehörendie Unterpräfecturen von Dünkirchen, Hazebruk, Douay, Cam-bray und Avesnes als Unterverwaltungsbehörden hieher.

Im Ganzen bestehet dieses Departement aus sechs Arron-disscments, welche wieder in 60 Cantons eingetheilt sind, zudenen zusammen 671 Gemeinden gehören, die eine Bolks-masse von 905,764 Menschen bilden.

Wahrend des Consulats betrugen die Abgaben sechs bissieben Millionen Franken. Unter Napoleon stiegen sie nachMaaßgabe der Zeitverhältnifse, und unter der Regierung Lud-wigs XVIIl haben sie sich wieder vermindert, und die Wohl-habenheit hat bedeutend zugenommen. Der Ackerbau wirdseit langen Zeiten sorgfältig betrieben, und der überall starkbenutzte Boden ist außerordentlich ergiebig. Der Morgen Lan-