Buch 
Frankreich als Militairstaat unter Ludwig XVIII zehn Jahre nach dem Pariser Frieden / von Leopold von Zedlitz
Entstehung
Seite
93
JPEG-Download
 

93

Die Gränzen Frankreichs.

festigte Berg Lcs Tätes und der befestigte Felsen Nandouilletdie bedeutendsten sind. Diese Festung liegt drei Stunden vondem Schlußrückcn des Gebirges entfernt, in einer rauhenAlpengegend, sie vertheidigt den Ausgang aus Italien nachFrankreich, welcher durch die Pässe, die über den Hauptrückennach Ccsane und in die Thaler der Doria führen, bewerkstel-ligt wird. Unter ihren Wällen vereinigen sich die von Grc-Nvble und Gap über Ccsane, Susa, nach Turin führendenStraßen. Die Stadt selbst ist schlecht gebaut, sie hat 2980Einwohner und war in der Vorzeit durch das hier gewonneneManna bekannt, welches man für eins der sieben Wunderder Dauphins ausschrie. Südlich von Briangon ist das De-partement der Obern-Alpen, durch den Visopaß mit Savoyen>'n Verbindung, der auf französischer Seite von zwei festenPlätzen beherrscht wird, der zunächst an der Gränze liegende,ist das Fort Queiras; erst in den neuern Zeiten erbaut,beherrscht es das Thal des Gier, durch welches der Weg vonSaluzzo und aus dem obern Thal des Po nach Frankreich führt.Zwei Licues südlicher liegt auf einem steinigen Berge aus demlinken User der Durance, und am rechten des sich hier er-gießenden Gier, die Festung Montdauphin. Lud w ig XVließ sie in den ersten Jahren seiner Regierung anlegen, siegehört in die vierte Klasse der Waffcnplätze. Auf der Seite,wo der Gier den Berg, auf welchen sie erbaut ist, bespült,ist sie beinah ganz unzugänglich und nur von einer hohen, ausrothen Marmorstcincn aufgeführten Mauer umgeben, auf derzugänglichen Seite aber mit drei Bastionen, zwei halben Mon-den, einem bedeckten Weg und tiefen Gräben versehen. DieStadt selbst ist zwar klein, allein ihre Straßen sind ziemlichbreit und grade gezogen, sie enthält nur 318 Einwohner. AmFuße des Berges sind mineralische Quellen. Der Canton Bar-ccllonette ist durch drei Saumstraßcn mit Savoyen verbunden,die erste führt über den Hauptrücken durch das Thal der Fraitanach Chatcau-Dauphin und Castiglione, ein zweiter durch dasThal der Stura über Demvnte nach Coni. Zwei andere Paffeführen nicht über den Schlußrücken, sondern über Colmars