l)6 Erste Abtheilung. Zweiter Abschnitt.
mischt. Im Westen und Osten liefern diese Berge herrlichesEisen, im Ccntralgcbirge Blei, Silber, Kupfer, Zinn undKobolt. Diese letztem Metalle lausen wenig in langen Schich-ten, sie bestehen aus einzelnen reichen Nestern, ein Umstand,welcher ihre Förderung und den Bergbau kostbar und beschwer-lich macht. Weniger mannigfaltig ist das animalische Lebenin diesen Gebirgen, nur einige Arten vom Adler-und Geier-geschlechte, Füchse, Wölfe, Baren und Jsards sind die Be-standtheile der Fauna. Auf beiden Seiten der Kette befindensich eine Menge mehr und weniger fruchtbarer Thäler, diemeisten derselben streichen von Norden nach Süden. Da wosie in den Zwischenräumen des hohen Kammes zusammenstoßen, entstehen die Engpässe, welche die Franzosen Portsund die Spanier Cols nennen, im Centralgebirge sind sieam beschwerlichsten, an beiden Endpunkten am gangbarsten.Das ganze Gebirge zählt 170 solche Berbindungswege derbeiden Reiche. Die östliche Kette hat einige 70, wovon dreimit Geschütz und sieben mit Wagen zu befahrende Straßen,und 28 Saumwege sind. Die zwei größten Landstraßen be-finden sich auf der Westseite, welche überhaupt in militairi-scher Hinsicht die wichtigste ist, und deren Beschreibung da-her hier auch am sorgfältigsten zu geben versucht werden wird.Was die Vertheidigung dieser Gebirge anbctrist, so hat die Na-tur in einem zu großen Maaßstabe hier gearbeitet, um daßein eigenes System aufgestellt werden könnte. Die lange Ge-birgskette mit allen ihren Pässen zu vertheidigen oder zu be-wachen, würde selbst mit dem größten Heere ein vergeblichesBemühen seyn. In einem so großen Raume sind alle Sei-tcnbewegungen gefährlich, oder sie erfordern zu lange Zeit,um daraus Vortheil ziehen zu können. Es bleiben daher demangegriffenen Theile nur die Maaßregeln übrig, welche dieRömer gegen Hannibal ergriffen, sie ließen ihn über dieAlpen und Appeninnen steigen und erwarteten seinen Angriffin der Ebene. Zm Mittelalter finden wir ein Beispiel dieserArt, durch den berühmten Connetable Montmorency aufge-stellt, welcher dem Heere Karl V die Gebirge der Provence