120 Erste Abtheilung. Zweiter Abschnitt.
den links an den Straßen liegenden Flecken Arthez), immersteigend läuft sie über ansehnliche Kalkhügcl bis zum Städt-chen Lescar, rechts der anmuthigen, mit unzähligen ländlichenWohnungen geschmückten Landschaft von Moneng, endlichführt sie bis zu der auf den, von den Bcrgftrömen zusam-men geschwemmten Trümmern der Pyrenäen erbauten StadtPau, sie liegt auf dem rechten Ufer der Gave dieses Namens,und durchströmt ist sie von zwei Bächen, welche sich auf derNordseite der Stadt in den Gave ergießen. Auf der vonsieben Bogen getragenen Brücke hat man den herrlichsten An-blick aus das riesenhafte Amphitheater der Pyrenäen. DieStadt hat breite gut gepflasterte Straßen; auf dem kleinenviereckigen Platz stand vor der Revolution die Bildsäule Lud-wig XIV. In 1600 Häusern wohnten 1823 wieder 10,810Menschen, während im Laufe der Revolution ihre Zahl auf8000 geschmolzen war, in früheren Zeiten besaß diese Stadtein Parlmnent, und alle Anstalten, Mmit die Souveraine ihreResidenz auszuschmücken Pflegen. Jetzt beschränken sich diekönigl. Hofstellen und ihre Beamten auf einen königl. Ge-richtshof und ein Tribunal erster Instanz. Die Präfectur,deren Personale in dem Präfecten (Herr Desolle), vier Räthenund einem Generalsecretair besieht, trägt sehr viel zur Lebhaf-tigkeit der Stadt bei. Es befinden sich ferner ein Ingenieurcn Chef der Brücken und Straßen, ein Forstinspecteur undein Escadronschef der zehnten Legion der Gensd'armerie hier*).Die hiesige königl. Akademie, deren Nector der Abb« Jourdanseit einigen Jahren ist, hat nun besoldete ordentliche Profes-soren, sonst befand sich auch ein Jesuitercollegium, fünf Klö-ster und zwei Hospitäler hier. Die größte Merkwürdigkeit,welche die Stadt auszuweisen hat ist das Schloß, in dessenMauern Heinrich IV geboren wurde: in einem Zimmer deszweiten Stockwerks, erblickte dieser geliebte Fürst das Licht der
Im königl. Gcstütt hiersclbst, steht unter der Aufsicht des Herrnvan Harre.