144 Erste Abtheilung. Zweiter Abschnitt.
404,531 Hect. (99^ Quadrat-Meilen). Die Pyrenäenscheiden es von Arragonicn, wahrend es im Osten von demDepartement der Obcrgaronne, im Norden von dem desGers, und im Westen von dem der Niedcrpyrcnaen begranztwird. Im Jahr 1821 wurde zum Behuf der Abgabenver-thcilung eine Zahlung der Einwohner vorgenommen, woraussich die Volksmenge von 2,012,077 ergab, es kommen davonauf das Arrondisscment der Präfectur zu Tarbes 95,444, aufdie Unterpräfectur zu Argelles 36,868, und auf die Untcrprä-fcctur zu Bagncrcs 97,444 Menschen. Die 26 Haupt- und221 Filialkirchcn des Departements stehen unter der priester-lichcn Obhut des Wcihbischofs von Bayonne. Der königl.Gerichtshof zu Pau ist die richterliche, und die Präfectur zuTarbes die Verwaltungsbehörde. Die Kosten der letztem be-tragen nach amtlichen Berichten 35,000 Franken, und derGehalt des Präfectcn 20,000 Franken. Die drei Abgeordne-ten , welche das Departement zu der Kammer sendet, gehörenzur vierten Serie. Die Bigorrer sind ein starkes gesundes Volk,mit ausdrucksvollen Gcsichtszügen. Tapferkeit, Nüchternheitund Gastfreundschaft sind ihre Nationaltugenden; ihr Gemüthist der Freude offen, Zutrauen gebend und verlangend; siehassen keinen ihrer Mitmenschen, ausgenommen ihre Nachbarn,die Bearner, gegen welche ein alter Groll ihre Herzen erfüllt.Das männliche Geschlecht ist munter und kräftig; das weib-liche blühend, behend und fröhlich, der Wohlstand ist vorherr-schend und die Wohnungen sind geräumig und freundlich-Die ehemalige Grafschaft zählte 276 Kirchspiele mit 10,262Feuerstellen. Die Vorfahren der Bigorrer waren die Bigorrc-nes. Crassus, der Unterfcldherr Cäsars, brachte sie unter dieBotmäßigkeit der Römer: erst unter den mcrovingischen Kö-nigen erhielt das Land den Namen Bigorre, Durch Jahrhun-derte wurde es von Grafen beherrscht, die Vasallen der Her-zoge von Gascogne waren. 1307 kam sie zum ersten Malals Eigenthum an die Krone Frankreich, doch ging sie inden Kriegen mit den Engländern wieder verloren. Im 15 tcnJahrhundert kam sie an das Haus Albret und gehörte daher