Nekrolog. 1815. 493
rückgekehrten Hönigshause seine Zustimmung zu den Beschlüs-sen des Senats. Zu einem der Hauptleute der königlichenLeibgarde ernannt, folgte er 1815 Ludwig XVIII nach Gent,auf einmal aber verließ er diesen Fürsten in einem Zeitpunkte,wo er der Rathschläge und der so lebhaft angerühmten Ergeben-heit des einsichtsvollen Connetable seines Gegners am meistenbedurft hätte. Der Prinz von Neufchatel in den Schoß sei-ner Familie nach Bamberg zurückgekehrt, stürzte sich amJuni in bey, Augenblick, als eine russische Reiterabthcilungdurch die Stadt zog, aus dem dritten Stockwerke seines Pa-lastes auf die Straße herab; umgeben von einer liebenswür-digen Familie, überhäuft mit allen Glücksgütern der Welt,konnten nur die augenblicklichen Ereignisse in Frankreich ihmöurVeranlassung werden, sich den Tod selbst zugeben. SeineFreunde finden sie in einem Anfall von Melancholie, dieöffentliche Stimme im Laufe der politischen Verhältnisse, und^apolcon erklärte sie für die Folgen der Gewissensangst anihm verletzter Treue.
Girard, Divisionsgeneral und Großofficier der Ehren-legion rc. Vom Obersten eines Linicnrcgiments zum Brigade-sieneral befördert, machte er in diesem Range 1806 die Fcld-iuge in Preußen und Polen. 1808 befehligte er als Divi-sionsgeneral in Spanien; 1810 erlebte dieser General verschic-ke Unfälle, zuerst wurde er von Castanos an den GränzenPortugals geschlagen, und am 28. Ocrober von dem engli-schen General Hill in Arayo Molinas überfallen, entging ermit Mühe der Gefangenschaft. 1813 führte Girard eineVision im Corps des Marschall Ncy und wurde bei Lützenverwundet. 1815 an die Spitze der siebenten Jnfanteriedi-^ston gestellt, tödtcte ihn eine Kanonenkugel im Laufe derchlacht von Waterloo.