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Frankreich als Militairstaat unter Ludwig XVIII zehn Jahre nach dem Pariser Frieden / von Leopold von Zedlitz
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Nekrolog. 1815.

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achten, auch war er einer der Commissarien, welche den^-ractat, der das Schicksal Napoleons bestimmen sollte, unter-schritte. Ludwig XV1I1 hatte den berühmten Feldherrnehrend, dem Marschall Ney den Befehl über die Kavalleriestiner Garden anvertraut, und ihn mit großer Huld und Aus-zeichnung behandelt. Hier wünscht der Geschichtscrzählcr dieBiographie Ncys zu enden, um nichts von der Heuchelei undher Falschheit erzählen zu dürfen, die die Schritte des Mar-schalls im Jahre 1815 bezeichneten. Unter den heiligstenVersicherungen die königlichen Rechte zu schützen , zu derenAstfrechthaltung er sich ohnehin durch einen feierlichen Schwur^rbindlich gemacht hatte, verließ der Fürst von der MoskwaParis und führte die Truppen, die zur Vertheidigung desThrones bestimmt waren in die Reihen Napoleons, und ver-achtete dadurch jede Hofnung des rechtmäßigen Beherrschers.Bei Watcrloo, wo er wie ein Löwe gefochten hatte, warfNapoleon die Schuld des Verlustes dieses Niesenkampfcs aufseine Schultern, so daß der Lohn dafür, durch Verrath ihm auf100 Tage einen Thron verschafft zu haben, in einer Reihebitterer Vorwürfe bestand, deren Ungültigkeit sich erst nachHern Tode des Marschalls durch seinen Vertheidiger Gamoterwiesen hat. Bei der Rückkehr des Königs entfloh er dem sei-nen« Verrath folgendem Gericht; allein auf dem Schloß einesseiner Freunde entdeckt, wurde er nach Paris zurückgebracht,ein Kriegsgericht aus den Marschallcn Jourdan und Mac-°Nald, und den Generälen Claparcde und Gründlcr bestehend,s'ch für incompetcnt erklärte und den Proceß an die Pairs-§n>nrer verwies, die bei einem so offenbar erwiesenen Hoch-^rrath ein einstimmiges — Schuldig — aussprach. Die Doll-^chung dieses Urtheils erfolgte am Morgen des 8. Decenter.

Laufe der Verhandlungen des Processes, so wie bei seinerZurichtung selbst, hatte der Marschall eine seinem frühern-leldenlcben würdige Fassung bezeigt, die Bewunderung undAchtung verdient hatte, wenn das letzte Jahr seines Lebensbud die Ursache seines Todes nicht zu andern Gefühlen Ver-^Üassung gegeben batten.