508
Vierte Abtheilung.
deckten. Augereau aufgebracht darüber ließ Lugo plündernund verwüsten, und weil seinen ungemaßigten Zorn gegenviele ganz unschuldige Menschen, Niemand billigte, suchteer selbst diese grausame Handlung durch eine am 24. Junierlassene Proclamation zu -entschuldigen, indem er sagt: „Ihrhabt so eben ein schreckliches Beispiel erlebt, noch raucht dasBlut in Lugo, das Verrather vergossen haben, Schonung undNachsicht gegen diese Verräther, wäre selbst Verrath rc.
Augereau verließ Bologna Mitte Juli und wir findenihn den 20. d. M. wieder, um ihn in den Tagen seines Lebenszu begleiten, die ihm den ausgezeichneten Dank der Republikund die Veranlassung verschafften, daß zu der Zeit, wo dasJahrhundert oder vielmehr Dccennium der Herzöge in Frank-reich begonn, auch ihm ein solcher Titel zu Theil wurde.Den 14. Thermidor (1. August) in Brescia eingerückt, schob erseine Avantgarde bis Montechiaro vor. Hier nahm er denvon Wurmser hart gedrängten General Valite auf, und ver-ließ am 18. Thermidor (5. August) Montechiaro. Gegen neunUhr griff er das Dorf Castiglione an, nahm es mit dem Ba-jonett und vertheidigte es mit großer Einsicht und Tapferkeitgegen die immer wiederholten Angriffe der Ocsterreicher. Dieseschöne Vertheidigung machte dem nachmaligen Marschall Augc-reau um so größere Ehre, weil auf allen Puncten seine Ge-genwart und eigene Leitung um so mehr erforderlich war,da schon am Mittage die vornehmsten seiner Ofsicicre geblie-ben waren. Zuerst siel der nächst ihm commandirende Gene-ral Bayrant, ein Ofsicier der in hoher Achtung bei den Trup-pen der Republik stand; noch betroffen von diesem Umfall er-hielt Augereau die Meldung, daß auch der kühne GeneralPouraillier tödtlich verwundet war und Nachmittags um vierUhr starben auch die beiden Brigadiers Boujon und Marctden Tod der Ehre; dennoch mußten gegen Abend die Oestcr-rcicher ihren Rückzug antreten. Die französischen Berichte da-maliger Zeit sprechen von achtzehn Kanonen und zwei tausendGefangenen. Die Divisionen Massena und Augereau, die letz-tere auf dem rechten Flügel verfolgten die Oestcrreichcr.