VLin genialer und höchst geistreicher Schriftsteller unserer Zeit, jung,kräftig und kriegserfahren, gab einem Theile seiner militairischen Erin-nerungen das Motto:
„Das Leben nach dem Kriege ist ein langweiliges Schildwachestehen."Und doch will ich es versuchen, meine freundlichen Leser in dem nun-mehr folgenden zweiten Theile meiner Wanderungen mit fünfzehnjähri-ger Langeweile zu regalircn.
Aber jede Sache hat ihr Janusgesicht;, auch der Frieden bietet selbstdem jungen emporstrebenden Militair seine besonderen Reize, und wennauch Schiller's herrliches:
„Schön ist der Friede, ein lieblicher Knabe rc."gerade nicht seine volle Anwendung bei einem Stande findet, welcher,den Traditionen zufolge, nicht von der glücklichen und lächelnden Jugend,sondern vom zürnenden Zeus hervorgerufen wurde, so werden wir dochbald sehen, daß, im Bunde mit Wahrheit, festem Willen und der nachund nach sich consolidircnden ruhigeren Auffassung der Lebcnsvcrhält-nisse, weniger anregende Gegenstände treu geschildert und pikant zuberei-tet werden können.
Freilich wird die Ausführung dieses Vernehmens immer schwerer,je näher wir der Jetztzeit rücken; Verhältnisse und Personen hüllen sichnicht mehr in den Nebel der fernen Vergangenheit oder in das Gewühlder Schlachten, wo sie öfters wie Meteore leuchteten und dann schnellverschwanden; sie stehen, ob gut oder schlecht gemeißelt, in schöner oderunschöner Form gegossen, gleich Statuen vor den Augen des Beschauers.Und nur eine äußere Lage, in sich abgeschlossen und zugleich in Erfah-rung gewiegt und gefärbt, leiht außer dem Willen auch die Kraft und
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