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nrhete und im Hochgefühl erfüllter schwerer Pflicht die Hände gab, dannlauschte ich neugierig den Tönen ihrer lebhaften Unterhaltung, welche ichwohl nicht zu verstehen, aber wohl zu deuten vermochte. Sie sprachendann nur französisch, damit die Diener nichts verständen, wenn sie vonden schönen Tagen der Vergangenheit schwärmten.
Dies war ein edles deutsches Paar aus jener längst vorübergegan-genen Zeit, welche von der heutigen, in materiellen Lebensansichten undähnlichen Genüssen sich blähenden Aufklärung vielleicht achsclzuckcnd ver-urtheilt und verlacht wird, daß sie nicht, wie diese, im Champagner-Rausch und im üppigen Wohlleben und Dehnen in Balzac und Chaise-longue, über das Geschick ihrer unglücklichen Kinder unbekümmert, ihrerGläubiger und betrogenen Actionaire irgend einer prahlenden, aber miß-glückten Unternehmung, spötteln und höhnen.
Ich gedenke jener Jugendzeit, bei aller ihrer seltsamen, von der heu-tigen Erziehungsmethode so abweichenden, ja fast divcrgirendcn Weise,mit innigster Genugthuung.
Wie damals für die Entwickelung intellektueller Kräfte gesorgt wurde,will ich gerade nicht preisen, aber der Körper befand sich gewiß wohlerund freier bei der nicht gar so ängstlichen Sorge, auch hierin eine vor-zeitige Reife herbeizuführen.
Strenges Aufrcchthalten von Sitte und Schaam für das Unrecht,dazu eine rigorose Diät in den Lcibcsgenüssen, dies waren die Funda-mental-Sätze, um einen gesunden, jede Lcbensverhältnisse und die üb-lichen Formen in der menschlichen Gesellschaft beachtenden und ehrendenMenschen heranzubilden.
Nur ja keine Ueberreise und sogenannte Ueberbildethcit, wie die Mehr-zahl unserer Koryphäen des jungen Deutschlands; eher noch, ist einmalzwischen zwei Ucbelständcn zu wählen, Befangenheit und . beschränkte Le-bensansichten, als die gräuliche Superklughcit und Verweichlichung derMehrzahl unserer heutigen Jugend.
Ich schlief auf einem Strohsack gar prächtig, und in tüchtige wol-lene Decken gehüllt, fühlte ich mich behaglich und wohl im nie erwärm-ten Bodenstttbchen. Der Haushahn weckte mich, und die alte Wärterin