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Departements im Kriegsministerium, eigentlich dem Chef des General-stabes, Generalmajor von Grolman.
Unvergeßlich wird mir der Eindruck bleiben, als ich eines Morgensfrüh in die Stube bcschiedcn wurde, wo mich der genannte General amFrühstücktisch seiner Familie, einer jungen Dame, seiner Gemahlin, und3 bis 4 kleinen Kindern empfing.
Ein schöner großer Mann, stark und wohlgebaut, wie man sich nureinen ächten Kriegshelden denkt, mit den entschiedensten Zügen, vonMenschenfreundlichkeit, klarstem und schärfstem Verstände, einer durchdrin-genden Auffassungsgabe der Verhältnisse unter dem einfachen und offenenGewände ruhiger und gediegener Anschauung, so trat mir General vonGrolman entgegen, im schlichten ttnifvrmüberrock ohne Epauletts, denweißen offenen Halskragen und das kurz geschnittene Haar in natürlich-ste Lage, und aus den Worten seiner wohltönendcn Bruststimmc einGefühl der Herzlichkeit und Theilnahme ausströmend, das nur von Dc-'wn ganz und richtig gewürdigt werden konnte, welchen es eben zugewcn-det worden.
„Verstehen Sie das militairische Aufnehmen und Zeichnen?" fragtewich General, und ganz unbefangen und ohne Hehl cntgcgnctc ich,
ich wohl etwas Aufnehmen könne mit Boussolc und Mcßkettc, vomwilitairischcn Bezeichnen des Terrains aber keinen klaren Begriff hätte.
Mit einem leisen Lächeln, welches die wirklich schöne Gesichtsbildung
herrlichen Mannes mit unnachahmlich gütigem und würdigem Aus-guck überzog, befahl mir der General, ihm eine kleine Zeichnung vonWw einzuhändigen.
Am nächsten Tage überreichte ich demselben das Gewünschte.
„Kommen Sie morgen 9 Uhr in'S topographische Bureau." Miteinfachen Weisung war es für heute abgethan.
Ich war pünktlich am bezeichneten Orte und wurde einigen Herren^gestellt. Der damalige Plankammcr-Jnspcctor gab mir Vorlcgcblät-^ zum Zeichnen, wies mir einen Platz an, und als ich um 2 Uhr mitEwigen anderen Offneren wegging, theilte mir der Jnspcctor mit, daßich bei den Arbeiten des topographischen Bureaus mit zwanzig Thalernwvnatlicher Zulage angestellt sei.