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d>'e Oder von ihrem Nebenfluß-Gebiet der Bartsch trennt, behufs derHerbst, nanocuvrcs militairisch zu vermessen den Auftrag erhielt, und wäh-rend der Revue selbst eine Landwehr-Compagnie befehligte.
Im folgenden Jahre fiihrtc ich die erste Compagnie des eilftcn Re-b>ments sowohl bei den Frühjahr- als Herbstübungen, und es gelang
hierbei, namentlich bei letzterer Veranlassung, die persönliche Gunst"dd den wohlwollenden Beifall unsers Divisions-Generals zu erwerben,schon deshalb zu den außergewöhnlichen und glücklichen Ereignissen^rechnet werden mußte, da der General-Lieutenant von Natzmcr erst"ach genauer Prüfung und sicherem Erkennen die Verdienste und Bestre-bungen jedes Einzelnen seiner noch so entfernt stehenden Untergebenen her-vorzuheben, und dann auch auf's ehrenvollste zu belohnen verstand.
Darum noch einmal, General von Natzmer war ein prächtiger Sol-dut und ein vollkommener Vorgesetzter.
Gegen Ende des Jahres traf ich mit dem eben genannten HerrnGeneral in einer Abendgesellschaft zusammen, in welcher derselbe die"upfangene Nachricht von der nahen Vermählung des damaligen Kron-ptinzen, jetzt regierenden Königs, mittheilte, und hinzufügte, er würdeUlkst in einigen Tagen nach Berlin gehen, um diesen Feierlichkeiten, welche'U einem großen Maaßstabe stattfinden würden, beizuwohnen. Ich erlaubte^ mir, den Wunsch auszusprechcn, ebenfalls diese Feste in der Nähe^schauen zu können, und der General ertheilte mir sogleich die gütigeBewilligung, unter seinem unmittelbaren Schutze in Berlin bei allen denHeffesten auftreten zu dürfen.
So bin ich denn Augenzeuge einer seltenen Feier gewesen, deren ge-naue Beschreibung, wie solche noch in meinem Andenken lebt, wir hier^ eine interessante Abweichung von der trockenen Darstellung meinesLieutenants-Lebens einschalten wollen.
Ich führe sogleich den freundlichen Leser, unter der Voraussetzung,^ß derselbe die Localität der märkischen Königsstadt möglichst genau kennt,^f die über den Kupfergrabcn neugebaute Schloßbrücke, früher Hunde-briickc genannt. Dieselbe sollte heute zum ersten Male durch den Cortstgcbeim feierlichen Einzüge der Königlichen Braut eingeweiht werden, zu wel-chem Behuf auf derselben ein herrlicher, auf zwanzig korinthischen Säulen